Verurteilt in Österreich

Zentralschweizer Freiheitstrychler missbrauchte Buben sexuell

01.02.2023, 10:23 Uhr
· Online seit 31.01.2023, 07:21 Uhr
Ein junger Zentralschweizer sollte die Freiheitstrychler-Bewegung in Österreich aufbauen. Dort missbrauchte er Minderjährige und produzierte Pornos. Nun wurde er in Österreich verurteilt.
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Normalerweise sorgen die Freiheitstrychler mit ihren Demonstrationen für Schlagzeilen. Nicht so in diesem Fall. Ein junger Zentralschweizer sollte eigentlich gegen Ende 2021 die Freiheitstrychler-Bewegung in Österreich aufbauen. In dieser Zeit soll er einen 12-Jährigen mindestens dreimal in einem Hotelzimmer schwer sexuell missbraucht haben. Das zeigen Recherchen der Tamedia-Zeitungen.

Buben auf Schultoilette gefilmt

Gemäss der Anklageschrift blieb es nicht bei diesem Fall: Der junge Mann Anfang 20 soll drei weitere Buben sexuell missbraucht haben. Das jüngste Opfer sei knapp 10 Jahre alt. Auf dem Laptop des Beschuldigten habe man Hunderte pornografische Inhalte sichergestellt. Darunter seien auch Videos, die belegten, dass der Mann heimlich auf Schultoiletten Buben beim Pinkeln gefilmt habe.

Therapie statt Gefängnis

Im Frühjahr des vergangenen Jahres wurde der Schweizer in Österreich verhaftet. Nun wurde der Mann in Krems an der Donau verurteilt. Doch ins Gefängnis muss er nicht. Wegen einer paranoiden Schizophrenie mit ausgeprägter Wahnbildung wird er stattdessen zu einer bedingten Einweisung in Sonderanstalten des Massnahmenvollzugs verurteilt. Die Therapie könne er auch in der Schweiz machen. Bereits vor seiner Zeit bei den Freiheitstrychlern sei er wegen seiner Schizophrenie in Behandlung gewesen.

Wie die Tamedia-Zeitungen schreiben, sei das Urteil noch nicht rechtskräftig. Der Verurteilte würde dieses jedoch akzeptieren und nicht weiterziehen. Der Mitbegründer der Freiheitstrychler, Andy Benz, distanziert sich von der Tat. «Das hat mit den Freiheitstrychlern nichts zu tun.» Es sei eine privat begangene Tat.

Bereits in der Schweiz im Visier der Behörden

Der Verurteilte war auch in der Schweiz als Freiheitstrychler unterwegs und kam dabei ins Visier der Behörden. Im Mai 2021 nahm er an einem unbewilligten «Abendspaziergang» in Luzern teil und wurde dabei von der Polizei abgepasst und angezeigt. Grund der Anzeige: Er habe den Demonstrationszug angeführt und Anweisungen gegeben. Im Sommer desselben Jahres wurde er aus demselben Grund nochmals angezeigt.

(hto)

veröffentlicht: 31. Januar 2023 07:21
aktualisiert: 1. Februar 2023 10:23
Quelle: PilatusToday

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