Welttierschutztag

Welche Tiere in der Schweiz bedroht sind – und welche sich ausbreiten

3. Oktober 2022, 13:50 Uhr
Heute, am 4. Oktober, ist Welttierschutztag. Immer mehr Tierarten verschwinden von unserer Welt oder kommen auf die Rote Liste der Tiere, die vom Aussterben bedroht sind. Auch in der Schweiz wird die Artenvielfalt immer kleiner. Doch es gibt auch Tiere, die nicht bedroht sind.
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Die Liste der Tiere, die in der Schweiz vom Aussterben bedroht sind, ist erschreckend lang. Vom Luchs bis zur Ameise ist alles mit dabei. Über 3000 heimische Tiere und Pflanzen stehen auf den Roten Listen der bedrohten Arten.

Luchs, Biber und Fledermaus

Stark betroffen sind unter anderem die Fledermäuse. Gleich vier Arten der kleinen Flieger sind laut Artenschutz Schweiz unmittelbar vom Aussterben bedroht. Besonders schlecht steht es um die Mopsfledermaus. Diese ist aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraums – Waldränder und angrenzende Gebäude – und des massiven Einsatzes von Pestiziden heute in Europa und in der Schweiz nahezu ausgestorben.

Auch bei den Bienen gibt es zahlreiche Arten und Unterarten, die möglicherweise bald nicht mehr in der Schweiz leben könnten. Die Sandbiene, die Langhornbiene und die grosse Schlürfbiene sind nur einige Beispiele.

Quelle: TeleZüri, Sendung vom 16. März 2022

Es sind aber nicht nur kleine Tiere, die zu kämpfen haben: In der Schweiz sind auch grössere Arten wie der Luchs und der Fischotter vom Aussterben bedroht. Der Biber wurde im 18. und 19. Jahrhundert in ganz Europa durch Bejagung und Vernichtung seines Lebensraums fast vollständig ausgerottet. In der Schweiz war er bis Mitte des 20. Jahrhunderts ausgestorben, ist dann aber wieder neu angesiedelt worden. Mittlerweile umfasst die Biberpopulation in der Schweiz wieder schätzungsweise 1500 Tiere.

Allerdings handelt es sich dabei grösstenteils um Einzelpopulationen ohne direkte Vernetzung untereinander, sodass das langfristige Überleben des Bibers in der Schweiz noch keineswegs gesichert ist – bedroht ist er aber nicht mehr. Auch der Luchs wurde einmal komplett ausgerottet und 1971 wieder in der Schweiz angesiedelt. Seither verbreitet er sich hauptsächlich in der westlichen Alpenregion und im West-Jura.

Manche Tierarten werden zum Problem

Je mehr Platz und Ressourcen der Mensch beansprucht, umso schwerer haben es wildlebende Tiere. Doch nicht alle Arten sind gleich stark bedroht. Viele haben stabile Bestände; und bei anderen steigt die Anzahl sogar. Anders, als man es vielleicht erwarten könnte, sind etwa der Alpensteinbock, das Wildschwein, der Rothirsch oder die Mauereidechse laut der Roten Liste in der Schweiz nicht gefährdet.

Wenn sie sich zu stark ausbreiten, können einige Tierarten auch zum Problem werden. Mit den wachsenden Güter- und Personenströmen kommen zum Beispiel vermehrt exotische Tiere in die Schweiz – und fühlen sich hier wohl. Solche Neozoen sind etwa die Asiatische Tigermücke, der Rote Amerikanische Sumpfkrebs, der Waschbär oder die Nilgans. Bund und Kantone warnen vor diesen invasiven Tierarten, da sie Krankheiten übertragen und einheimische Arten verdrängen können.

So kannst du die Artenvielfalt schützen

In der Schweiz gibt es viele Projekte und Vereine, die für den Erhalt der Artenvielfalt kämpfen. Unter anderem Pro Natura – die älteste Naturschutzorganisation des Landes. Pro Natura setzt sich beispielsweise für ein solides Netz von Naturschutzgebieten oder auch eine naturnahe Land- und Waldwirtschaft ein.

Nicht nur als Verein, sondern auch als Einzelperson kann man sich für den Artenschutz engagieren. Dies durch einen naturnahen Garten, bewusstes Einkaufen oder auch durch aktive Mithilfe als Freiwilliger in Naturschutzprojekten.

(umt/osc)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 3. März 2022 16:46
aktualisiert: 3. Oktober 2022 13:50