Schweiz

Warum die neue Bundesrätin das WEF schwänzt und weitere Fakten

Alles zum WEF 2023

Warum die neue Bundesrätin das WEF schwänzt und weitere Fakten

15.01.2023, 14:59 Uhr
· Online seit 10.01.2023, 18:49 Uhr
Das Wirtschaftsforum startet in Davos. Mit dabei sein wird eine Rekordzahl von 52 Staats- oder Regierungschefs. Das Wichtigste erfährst du im Überblick.
Anzeige

Schneller als üblich ist es wieder so weit: Ab Montag geben sich Grössen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft in Davos die Klinke in die Hand. Das Wichtigste zum Weltwirtschaftsforum (WEF) im Überblick:

Wann findet das WEF statt?
Das World Economic Forum geht vom 16. bis 20. Januar in Davos über die Bühne.

Das WEF war doch erst gerade. Warum wird es schon wieder durchgeführt?
Der Termin für das WEF war schon immer im Januar. Damit folgt es wieder dem regulären Kalender. 2022 fand es im Frühsommer statt. Im letzten Januar brachte die neue Covid-19-Variante Omikron zu viele Unsicherheiten mit sich, sodass der Anlass verschoben wurde. Thematisch dominierte damals nicht die Wirtschaft, sondern der seit Februar wütende russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Wie viele Personen werden erwartet?
Eine Rekordzahl von 52 Staats- oder Regierungschefs nimmt am Weltwirtschaftsforum 2023 in Davos teil, wie die Organisatoren am Dienstag vor den Medien in Genf erklärten.

Welche Promis und Politgrössen sind unter den Gästen?

Auch 2023 wird das WEF wieder mit einer Reihe bekannter Namen aufwarten. US-Präsident Joe Biden reist zwar nicht nach Davos, auch seine Vize Kamala Harris oder Aussenminister Antony Blinken werden nicht dort sein. Die USA schicken stattdessen John Kerry, den Sondergesandten des Präsidenten für das Klima, und Arbeitsminister Martin J. Walsh. Auch der russische Präsident Wladimir Putin und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping stehen nicht auf der offiziellen Gästeliste.

Dagegen ist die Teilnahme von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bestätigt. Ebenfalls aus Deutschland erwartet werden Bundeskanzler Olaf Scholz und sein Vize Robert Habeck. Dazu kommen weitere Staats- und Regierungschefs wie etwa Gustavo Francisco Petro Urrego (Kolumbien), Sanna Marin (Finnland) oder Mark Rutte aus den Niederlanden. UN-Chef Antonio Guterres wird genauso erwartet wie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Am Montagabend erhalten ausserdem verschiedene Kunstschaffende den «Crystal Award 2023» und bringen so einen Hauch Glamour nach Davos. Mit dem Preis werden die Leistungen von Künstlern geehrt, «die als Brückenbauer und Vorbilder für alle Führungskräfte der Gesellschaft» fungieren, wie das WEF mitteilte. Zu den diesjährigen Preisträgern gehören Schauspieler Idris Elba zusammen mit seiner Frau Sabrina Dhowre Elba, die Künstlerin Maya Lin sowie die Sopranistin Renée Fleming.

Wie kommen die Teilnehmenden nach Davos?

Zum WEF reisen Teilnehmende mit Business-Jets und Staatsmaschinen an. Ausserdem gibt es vermehrt politische und sicherheitsrelevante Helikoptertransporte und damit mehr Lärm, wie der Flughafen Zürich mitteilte. Mit rund 1000 zusätzlichen Flugbewegungen werden es wieder etwa gleich viele sein wie vor der Corona-Pandemie.

Für bereits angemeldete Delegationen sind reservierte Standplätze vorgesehen. Die Maschinen weiterer WEF-Gäste erhalten ein Zeitfenster von maximal zwei Stunden zum Ein- und Ausladen, wie es in der Mitteilung heisst. Danach müssen sie Zürich wieder verlassen und auf einen Flughafen ihrer Wahl ausweichen.

Aviatik-Fans und andere Interessierte können das Treiben von verschiedenen Spotter-Plätzen aus beobachten. Die Öffnungszeiten der Zuschauerterrasse B werden verlängert und es gibt Führungen und Rundfahrten.

Worüber wird diskutiert?
Angesichts der multiplen derzeitigen Krisen sei eine stärkere Kooperation von Politik und Wirtschaft Voraussetzung für einen starken und dauerhaften Wirtschaftsaufschwung, sagte WEF-Gründer Klaus Schwab laut der Nachrichtenagentur DPA. Der Leitsatz für dieses Jahr ist: «Cooperation in a Fragmented World» (dt.: «Zusammenarbeit in einer zersplitterten Welt»).

Quelle: Keystone-SDA

Wird die Ukraine am WEF vertreten sein?

Der Krieg um die Ukraine dürfte auch 2023 das wichtigste geopolitische Thema sein. Aus dem von Russland angegriffenen Land wird sich Olena Selenska – die Frau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj – an die WEF-Teilnehmenden richten, wie der «Blick» berichtet. Ob Selenska dafür tatsächlich nach Davos reist oder ob sich nur per Video zuschaltet, wollten die Veranstalter aus Sicherheitsgründen nicht bekannt geben.

Ist der Bundesrat auch dort?
Der Bundesrat wird voraussichtlich fast vollzählig am WEF vertreten sein. Einzig SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider wird fehlen, wie aus dem Bundeshaus zu erfahren war.

Warum nimmt die neue Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider nicht teil?

Für Justizministerin Baume-Schneider habe es am WEF schlichtweg zu wenig Ansprechpartner für relevante Themen, wie EJPD-Sprecher Joel Weibel auf Anfrage der Today-Zentralredaktion erklärt. Baume-Schneider habe durch die mehrmals pro Jahr stattfindenden Treffen der Justizministerinnen und Justizminister der Schengen-Staaten bereits die Möglichkeit, sich mit ihren Amtskolleginnen und Amtskollegen fokussiert auszutauschen.

Welche Länder sind sonst noch dabei?
Die Regierungschefs aus Spanien und den Niederlanden, Pedro Sánchez und Mark Rutte, werden erwartet, genauso wie unter zahlreichen anderen auch die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin und der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis.

Was ist mit den USA?
Die USA sowie Frankreich und Grossbritannien schicken keine Staats- oder Regierungschefs ins Bündnerland, auch Russland und China nicht.

Welche wichtigen Organisationen haben sich angemeldet?
Neben Grössen aus der Politik hat sich auch die oberste Ebene der grossen internationalen Organisationen für das WEF angekündigt. Die Nato wird durch ihren Generalsekretär Jens Stoltenberg vertreten sein, die Uno durch Generalsekretär António Guterres, die Europäische Zentralbank EZB durch deren Präsidentin Christine Lagarde und der Internationale Währungsfonds (IWF) durch dessen Direktorin Kristalina Georgieva.

Der Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus wird ebenso nach Davos kommen wie die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Mirjana Spoljaric Egger.

Auch auf wirtschaftlicher Ebene kündigten die WEF-Organisatoren eine rekordhohe Zahl von mehr als 1500 hochkarätigen Unternehmensvertreterinnen und -vertretern sowie mehreren Hundert CEO an. Tesla- und Twitter-Chef Elon Musk allerdings liess ausrichten, dass er an einer Teilnahme alles andere als interessiert sei und deswegen nicht nach Davos komme.

(sda/bza/osc)

veröffentlicht: 10. Januar 2023 18:49
aktualisiert: 15. Januar 2023 14:59
Quelle: Today-Zentralredaktion

Anzeige
Anzeige
zueritoday@chmedia.ch