Schweiz

«Überflüssig» – Grüne wollen Staumeldungen am Radio abschaffen

Gegen Autobahnausbau

«Überflüssig» – Grüne wollen Staumeldungen am Radio abschaffen

29.09.2023, 15:08 Uhr
· Online seit 29.09.2023, 09:23 Uhr
Meldungen über die aktuelle Verkehrssituation gehören nicht in die SRG-Radios, findet der Luzerner Grüne-Nationalrat Michael Töngi. Die Meldungen könnten dazu führen, dass sich Menschen einen Autobahn-Ausbau wünschen. Deshalb will er der SRG Staumeldungen verbieten.

Quelle: Pilatus Today / Janine Schaub

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Ob Michael Töngi lieber Musik oder Nachrichten am Radio hört, ist nicht bekannt. Sicher ist, dass er sich über Verkehrsmeldungen bei den SRG-Radiosendern stört. Der Luzerner Nationalrat der Grünen Partei setzt sich politisch dafür ein, diese Meldungen abzuschaffen. Darüber berichtet der «Blick».

«Stopp der Staupropaganda»

«Die Staumeldungen im Radio sind überflüssig geworden, heute, wo sich jede Autofahrerin und jeder Autofahrer selbst über Apps oder das Navi informieren kann», sagt Töngi gegenüber der Today-Redaktion. Der 56-Jährige besitzt übrigens kein eigenes Auto. «Ausserdem sind es oft dieselben Meldungen, die man jeden Tag hört. Das ist überflüssig.»

Der Vorstoss des Nationalrats trägt den Namen «Stopp der Staupropaganda» – und er hat ihn bereits im Parlament eingereicht. Unterstützende sind weitere Fraktionsmitglieder der Grünen. Darin fordern sie die Abschaffung der Verkehrsmeldungen auf SRF 1, SRF 3 und den anderen SRG-Sendern.

Mit der Streichung der Verkehrsmeldungen würde beliebte Sendezeit freiwerden, so Töngi weiter: «Ich hätte gerne mehr Nachrichten im Radio, die mich über das Geschehen in der Region und der Welt informieren.»

Bereits umgesetzt hat das SRF Virus. Da sich dessen Programm an ein junges Publikum richtet, verzichtet der Sender darauf, Verkehrsmeldungen durchzugeben. Doch wie ist das bei den anderen SRF-Sendern?

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SRF will davon nichts wissen

Der «Blick» hat nachgefragt. Für die grossen Sender sei dies kein Thema. «Stau- und Gefahrenmeldungen sowie Informationen zu Falschfahrern gehören zum Grundversorgungsauftrag eines Service-Public-Unternehmens», so eine SRF-Sprecherin.

Das Bedürfnis in der Hörerschaft danach sei «nach wie vor sehr hoch». Befragungen zeigten, dass Verkehrsmeldungen am Radio zu den relevantesten Einschaltgründen gehörten. Zudem würden auch Störungen im Bahnverkehr durchgegeben, sagt die Sprecherin.

Töngi ist da anderer Meinung. Für ihn sind solche Meldungen «kein Service public». Zudem hat er das Gefühl, dass sich bei diesen Umfragen sowieso nur die Leute melden würden, welche den Verkehrsdienst befürworten. Er fürchtet darüber hinaus, dass Autofahrende bei den vielen Staumeldungen den Eindruck bekämen, dass die Autobahnen ausgebaut werden sollten. Dies sieht er als Grüner naturgemäss anders.

(lol/van)

veröffentlicht: 29. September 2023 09:23
aktualisiert: 29. September 2023 15:08
Quelle: Today-Zentralredaktion

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