Banken

UBS schluckt CS Schweiz – und schreibt Milliardengewinn

31.08.2023, 07:11 Uhr
· Online seit 31.08.2023, 06:57 Uhr
Die UBS integriert das Schweiz-Geschäft der übernommenen Credit Suisse vollständig. Damit wird die Marke entgegen der Hoffnung vieler Schweizerinnen und Schweizer ganz verschwinden. Wie viele Jobs wegfallen, ist weiter offen.
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Eine vollständige Integration der Credit Suisse (Schweiz) sei die beste Lösung im Sinne aller, teilte die UBS am Donnerstag mit. Gleichzeitig bleibe die Konkurrenz im Schweizer Markt stark, betonte die Bank. Die Kantonalbanken zusammen würden etwa weiterhin den grössten Marktanteil aufweisen.

Gemäss den aktuellen Plänen werden die UBS und die Swiss Bank der Credit Suisse bis zum geplanten rechtlichen Zusammenschluss im Jahr 2024 noch als getrennte Gesellschaften operieren. Die Marke «Credit Suisse» und deren Geschäftstätigkeit würden noch bis zur Überführung der Kunden und der Systeme beibehalten.

Die Schrittweise Überführung der CS Schweiz in die UBS werde voraussichtlich 2025 abgeschlossen, erklärte die Bank. Ziel sei es, die Integration der gesamten Credit Suisse bis Ende 2026 «weitgehend» abzuschliessen.

Milliardenhohe Einsparungen

Konkrete Zahlen, wie viele Stellen im Zuge der Eingliederung wegfallen werden, nannte die UBS nicht. Einen Hinweis darauf geben aber die von der UBS im Zuge der CS-Integration angepeilten Kosteneinsparungen. Und dieses Ziel wurde von der UBS am Donnerstag um 2 Milliarden auf 10 Milliarden US-Dollar erhöht.

Zum Vergleich: 2022 lagen die gesamten Aufwendungen der Credit Suisse bei 18,2 Milliarden Franken.

UBS schreibt im zweiten Quartal Gewinn von 29 Mrd USD

Die Grossbank UBS hat dank der Übernahme der Credit Suisse im zweiten Quartal 2023 einen Rekordgewinn erzielt. Da der Kaufpreis für die ehemals zweitgrösste Schweizer Bank deutlich unter dem Buchwert lag, konnte die UBS einen sogenannten negativen «Goodwill» in Milliardenhöhe verbuchen.

Unter dem Strich erzielte die neue UBS Group – bestehend aus alter UBS und CS – laut Mitteilung vom Donnerstag einen Reingewinn von 28,9 Milliarden US-Dollar, wobei der genannte Buchgewinn ebenfalls in dieser Grössenordnung lag. Der um diese und andere Übernahme-Effekte bereinigte Vorsteuergewinn auf Gruppenstufe wird derweil mit 1,1 Milliarden US-Dollar beziffert.

Die UBS allein hat im zweiten Quartal unter dem Strich 2,0 Mrd US-Dollar verdient nach 2,1 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Für die CS allein, die offiziell seit Juni zur neuen UBS-Gruppe gehört, wird ein Vorsteuerverlust von 8,9 Milliarden US-Dollar ausgewiesen, 4,3 Milliarden unter Ausklammerung von übernahmebedingten Effekten.

Sponsoring soll weiterfliessen

Wer in den letzten Jahren vom Geldsegen der untergegangenen Grossbank Credit Suisse profitiert hat, kann erst einmal aufatmen. Das Sponsoring soll nun nach der Übernahme durch die UBS weiterfliessen – zumindest vorübergehend.

«Angesichts der wichtigen Rolle, die beide Unternehmen für unsere Gemeinschaften spielen, werden wir alle vereinbarten Sponsoringverträge für gesellschaftliche, sportliche und kulturelle Aktivitäten in der Schweiz bis mindestens Ende 2025 fortführen», erklärte UBS-Chef Sergio Ermotti am Donnerstag in einem Communiqué.

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft, Sportanlässe, diverse Kunstmuseen und Musikfestivals im In- und Ausland: Sie alle profitierten in der Vergangenheit vom Sponsoring der Credit Suisse. Zum Teil handelt es sich um substanzielle Beiträge.

(sda/red.)

veröffentlicht: 31. August 2023 06:57
aktualisiert: 31. August 2023 07:11
Quelle: ArgoviaToday

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