Dank Pensionskassen

Spitzenplatz gesichert – Schweizer Vermögen steigen schon wieder

20. September 2022, 13:59 Uhr
Der Reichtum der Schweizer hat im zweiten Pandemiejahr 2021 weiter zugenommen. Dank dem Aufschwung an den Aktienmärkten und den gestiegenen Immobilienpreisen haben die privaten Vermögen weiter zugenommen. Die Schweiz behält damit ihren weltweiten Spitzenplatz.

Konkret betrug das durchschnittliche Vermögen eines Erwachsenen hierzulande knapp 697'000 US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von gut 3 Prozent entspricht. Das zeigt die «Global Wealth Report» der Bank Credit Suisse am Dienstag. Das Gesamtvermögen setzt sich aus den Finanzvermögen, also Aktien oder Obligationen, sowie Sachwerten – Immobilien oder Konsumgüter – zusammen, abzüglich der Schulden.

Auf den nächsten Plätzen folgen die USA, Hong Kong und Australien, wo das durchschnittliche Pro-Kopf-Vermögen aber bereits rund 120'000 bis 150'000 Dollar tiefer liegt. Den grossen Vorsprung verdankt die Schweiz insbesondere dem Aufbau der Vermögen über die Pensionskassen, wie Nannette Hechler-Fayd'herbe, Leiterin des globalen «Economics & Research» an einer Medienkonferenz erklärte.

Ausserdem ist das Durchschnittsvermögen von der kleinen Gruppe der allerreichsten Leute verzerrt. Aussagekräftiger ist deshalb laut den Verantwortlichen der Credit Suisse viel eher das Median-Vermögen – also der Wert, bei dem die Vermögen der Hälfte der Menschen darüber und jene der anderen Hälfte darunter liegen.

Medianvermögen nimmt ebenfalls zu

Hier sieht das Bild ein wenig anders aus. Zwar ist auch das mittlere Vermögen in der Schweiz wie in den meisten untersuchten Staaten gestiegen, mit einem Wert von gut 168'000 US-Dollar liegt die Schweiz hier aber lediglich auf Platz sechs der globalen Rangliste. An der Spitze sind Australien, Belgien und Neuseeland zu finden, mit Durchschnittsvermögen zwischen 274'000 und 231'000 US-Dollar.

Deutlich zunehmen dürfte in der Schweiz in den kommenden Jahren die Zahl der Millionäre und Milliardäre, nämlich von 1,15 Millionen auf beinahe 1,6 Millionen im Jahr 2026 – so lautet zumindest die Vorausrechnung der Credit Suisse. Die Schweiz liegt mit dieser absoluten Zahl global gesehen knapp ausserhalb der Top Ten. Mit Abstand am meisten Millionäre gibt es in den USA, dahinter folgen China und Japan auf den Plätzen zwei und drei.

Inflation könnte Wachstum bremsen

Global gesehen kletterten die akkumulierten Vermögen insgesamt um knapp 10 Prozent auf über 463 Billionen US-Dollar. Währungsbereinigt entsprach dies gar einem Plus von beinahe 13 Prozent. Dies ist das stärkste je erreichte Wachstum. Auf jeden Erwachsenen entfiel damit weltweit durchschnittlich ein Vermögen von 87'500 Dollar.

Der Anteil der Ärmsten mit einem Vermögen von unter 10'000 US-Dollar ist weltweit auf 53 Prozent weiter zurückgegangen. Der Anteil der mittleren Klasse, welche mit einem Vermögen zwischen 10'000 und 100'000 US-Dollar definiert ist, lag per Ende 2021 bei rund einem Drittel und dürfte gemäss den Prognosen in den kommenden fünf Jahren weiter steigen.

Mit Blick nach vorne warnen die Studienautoren davor, dass 2022 Faktoren wie die Inflation, steigende Zinsen oder eine rückläufige Entwicklung an den Finanzmärkten das hohe Wachstum des letzten Jahres wieder zunichte machen könnte.

Vermögen in der Schweiz etwas fairer verteilt

Der Gini-Index, welcher die Ungleichverteilung der Vermögen innerhalb der Bevölkerung in einer statistischen Zahl zusammenfasst, lag hierzulande bei 77,2. Dabei stünde 0 für eine vollkommene Gleichverteilung der Vermögen und 100 für die vollkommene Ungleichheit – also wenn eine Person alles besitzen würde.

Die Ungleichheit in der Schweiz ist damit gegenüber dem Stand vor zehn Jahren (81,0) etwas geringer geworden. Etwas gerechter ist die Verteilung der Vermögen beispielsweise in Österreich, etwas ungerechter dagegen in Deutschland. Im internationalen Vergleich schnitten mit Werten von unter 70 etwa die südeuropäischen Länder besser ab, mit Ginis von knapp unter 90 war die Vermögensverteilung dagegen im arabischen Raum oder auch in einigen afrikanischen Ländern deutlich ungleicher.

(mhe/sda)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 20. September 2022 14:02
aktualisiert: 20. September 2022 14:02
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