Schweiz

So war die Stimmung vor dem umstrittenen Rammstein-Konzert

Mehrheitlich friedlich

So war die Stimmung vor dem umstrittenen Rammstein-Konzert

17.06.2023, 20:32 Uhr
· Online seit 17.06.2023, 16:32 Uhr
Rund 100 Personen haben am Samstagnachmittag beim Berner Wankdorf-Stadion gegen die beiden Konzerte der deutschen Band Rammstein demonstriert. Die Polizei hielt die Gruppe von den vor dem Stadion wartenden Konzertbesuchern fern. Wir fühlen den Puls vor Ort.

Quelle: BärnToday / Ursina Mühlethaler

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Aufgrund der Anschuldigungen gegen Frontmann Till Lindemann gehen die Meinungen über die Durchführung der beiden ausverkauften Rammstein-Konzerte in Bern auseinander. Am Freitagabend kündigte die Juso Schweiz eine Kundgebung gegen das Rammstein-Konzert an.

Insgesamt werden rund 40'000 Konzertbesucherinnen und -besucher an den Konzerten am Samstag und Sonntag erwartet. Auf Transparenten forderten die Demonstrierenden «Keine Bühne für Täter». Die Teilnehmerschaft stammte aus Kreisen von Juso, Campax und feministischem Kollektiv Bern. Mit Choreographien und in Sprechchören wandten sie sich gegen sexualisierte Gewalt, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort beobachtete.

Zwischen den durch die Polizei getrennten Demonstrierenden und den Konzertbesucherinnen und -besuchern kam es zu leichteren Provokationen. Einige Demonstrierende zeigten den Wartenden den Mittelfinger, und Rufe wie «Till, verschwinde Mann» ertönten.

Auf Instagram schreibt die Juso, sie werde jedes Fehlverhalten von Rammstein-Fans zur Anzeige bringen.

Die Konzertbesucher zeigten sich grösstenteils gelassen bis gleichgültig. Einige machten Selfies mit den Demonstrierenden hinter dem Absperrband der Polizei.

Einige Rammstein-Fans verhöhnen jedoch die Kundgebung der Juso, schreibt er «Blick». Dies zeigt das Video eines Journalisten.

Ansonsten sei die Kundgebung der Juso aber mehrheitlich friedlich verlaufen. 

Die Juso Schweiz hatten im Vorfeld der beiden Konzerte in Bern vom Samstag und Sonntag den Veranstalter zu einer Absage aufgefordert. Und sie lancierten eine Petition, hinter der auch die SP Frauen, die feministische Friedensorganisation cfd und die Nichtregierungsorganisation gegen Gewalt an Frauen, Brava, stehen.

Berner Sicherheitsdirektor Nause: «Rechtlich ist die Situation klar»

Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause erklärte am Freitag gegenüber TeleBärn: «Rechtlich ist die Situation klar. Die Bewilligungen für die Konzerte liegen vor. Daher werden sie auch stattfinden.» Die erhobenen Anschuldigungen würden sehr schwer wiegen, man müsse sie ernst nehmen. «Bis es jedoch zu einer rechtskräftigen Verurteilung kommt, gilt die Unschuldsvermutung», so der Mitte-Politiker.

Am 6. Juni gab Veranstalter «Gadget abc» bekannt, dass es an den Rammstein-Konzerten in Bern keine «Row Zero» geben werde. Zudem stehen spezialisierte Care-Teams im Einsatz.  Aber: «Genauso wie wir die Anschuldigungen gegen Till Lindemann und Rammstein ernst nehmen, wahren wir auch das Prinzip der Unschuldsvermutung», so die Organisatoren.

(lae/sda)

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veröffentlicht: 17. Juni 2023 16:32
aktualisiert: 17. Juni 2023 20:32
Quelle: BärnToday

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