Deutschland senkt Benzinpreis

Lohnt sich jetzt der Tank-Tourismus?

31. Mai 2022, 15:10 Uhr
Deutschland senkt die Steuern auf Benzin und Diesel massiv. Per 1. Juni sollen die Preise sinken. Lohnt sich jetzt die Fahrt über die Grenze für den Sprit-Einkaufstourismus?

Um was gehts?

Wer auf das Auto angewiesen ist, hat es derzeit schwer. Die Benzinpreise kennen seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs nur eine Richtung: nach oben. Nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa. Die deutsche Regierung hat deshalb beschlossen, einen Teil der Steuern auf Kraftstoffe wie Benzin und Diesel vorübergehend zu streichen.

Das heisst konkret: Der Liter Benzin könnte in Deutschland rund 35 und Diesel rund 17 Cent günstiger werden. Damit fällt der Preis pro Liter wieder unter zwei Euro und umgerechnet auch unter zwei Franken.

Ab wann kommt die Vergünstigung?

Theoretisch soll der Preisnachlass per 1. Juni gelten. Gemäss «Focus» könnte der Effekt jedoch verpuffen. So hätten etliche Tankstellenbetreiber die Preise im Mai angehoben, der Nachlass per 1. Juni sei so nicht so stark spürbar.

Was müssen Schweizer beachten, die in Deutschland tanken?

Wer nun extra am Mittwoch nach Deutschland fährt, um zu tanken, könnte enttäuscht werden: Gut möglich, dass die Preissenkung nicht vom ersten Tag an allen Tankstellen spürbar ist. Weil die Steuer nicht beim Tanken anfällt, sondern bereits in Tanklagern und Raffinerien, gibts an der Zapfsäule Benzin, das noch nach altem Steuersatz eingekauft wurde. Die Chance ist hoch, dass die Steuersenkung nicht sofort an die Kundinnen und Kunden weitergegeben wird.

Ausserdem warnte der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck, dass die Preise ab Juni sogar nochmals steigen könnten. Denn: Wenn alle am 1. Juni ihren Tank füllen wollen, sei die Nachfrage grösser als das Angebot «und das Benzin wird auf einmal ein noch kostbareres Gut. Dann haben wir den Preis gesenkt, aber in Wahrheit geht er nach oben», wird Habeck von «Focus» zitiert.

Gibts in der Schweiz auch solche Bestrebungen?

Zumindest wurden solche Forderungen laut. Finanzminister Ueli Maurer winkte allerdings ab. Begründung: «Dafür haben wir kein Geld», sagte er gegenüber den Tamedia-Zeitungen. Weiter sagte der Bundesrat: «Der Benzinpreis ist in der reichen Schweiz bezahlbar.»

Ausgerechnet seine eigene Partei wagt nun während der Sommersession in Bern allerdings einen erneuten Vorstoss: Die SVP will die Benzin- und Dieselpreise senken. Ob sie damit Erfolg hat, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

(jaw)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 31. Mai 2022 15:28
aktualisiert: 31. Mai 2022 15:28
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