Abstimmung

«Ja» zur Airbnb-Initiative: «Es ist ein Etappensieg»

02.06.2023, 12:19 Uhr
· Online seit 12.03.2023, 13:23 Uhr
Seit Sonntag ist klar: Ferienwohnungen in Luzern dürfen künftig nur noch für maximal 90 Tage im Jahr an Gäste vermietet werden. Mit einer Prozentzahl von 64,3 Prozent wurde die Airbnb-Initiative in der Stadt Luzern angenommen.

Quelle: Tele 1

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Die Stadt Luzern schränkt das Angebot von Kurzzeitvermietung wie Airbnb stark ein. Das Stimmvolk hat am Sonntag die Initiative angenommen, die eine Vermietung von nur noch maximal 90 Tagen im Jahr zulässt. Der weniger strenge Gegenvorschlag des Stadtrats wurde abgelehnt.

Die SP-Initiative «Wohnraum schützen - Airbnb regulieren» wurde mit einem Ja-Stimmenanteil von 64,3 Prozent (11'843 zu 6298 Stimmen) gutgeheissen. Die Stimmbeteiligung betrug 34,6 Prozent, wie die Stadt Luzern mitteilte.

Die Stimmen zum Wahlergebnis

Mario Stübi, Präsident des Mieterinnen- und Mieterverbands Luzern, zeigt sich wenig überrascht über das Ergebnis. Die Leute hätten genug vom knappen Wohnraum und steigenden Mieten. «Die Luzernerinnen und Luzerner sehen Airbnb als Teil des Problems», erklärt sich Stübi das Resultat. Das Thema «knapper Wohnraum» sei mit dieser Abstimmung allein jedoch nicht bereinigt.

So sei der Wohnraum nicht allein von Airbnbs bedroht, sondern auch von den steigenden Mietpreisen wie auch dem schleppenden Wachstum des gemeinnützigen Wohnraums. «Es ist ein Etappensieg – das Thema Wohnen wird auch in Zukunft präsent bleiben», schliesst Stübi ab.

Auch Manuela Jost, Initiantin der Gegeninitiative, sind die Sorgen der Luzerner Bevölkerung um das Thema Wohnraum bewusst. «Ich denke, unser Gegenvorschlag war den Leuten zu wenig streng und lässt zu viel zu», begründet sie das Nein zur Gegeninitiative. Dies gebe dem Stadtrat nun den Auftrag, innerhalb eines Jahres einen Umsetzungsvorschlag auszuarbeiten, welcher strengere Massnahmen beinhaltet.

Darum geht es

Aktuell werden rund 390 Wohnungen in der Stadt Luzern kurzzeitig vermietet. Mit der Initiative soll die temporäre Vermietung im grossen Stil beschränkt werden und mehr Wohnraum für Ortsansässige zur Verfügung stehen. Laut den Initianten sind nur kommerzielle Anbieter betroffen. Einzelne Zimmer können auch künftig dauerhaft vermietet werden. Ziel sei weiterhin ein gutes Verhältnis zum Tourismus.

Ein Gegenvorschlag wurde von der Luzerner Stadtregierung lanciert. Denn durch die Airbnb-Initiative würden Ferienwohnungen für kommerzielle Anbieter unattraktiv werden. Durch den Gegenvorschlag hätte eine gewisse Anzahl Ferienwohnungen weiterhin möglich sein sollen. Konkret hätte die Zahl der aktuell kurzzeitig vermieteten Wohnungen von 390 auf 520 erhöht werden können.

veröffentlicht: 12. März 2023 13:23
aktualisiert: 2. Juni 2023 12:19
Quelle: PilatusToday

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