Nationaler Aktionstag

Ein Glas Wein pro Tag: Ab wann ist es Sucht?

25.05.2023, 07:57 Uhr
· Online seit 25.05.2023, 05:53 Uhr
Ist man alkoholsüchtig, wenn man jeden Tag trinkt? Wo wird aus Genuss Sucht? Und wer ist besonders gefährdet? Wir haben im Rahmen des «nationalen Aktionstags Alkoholprobleme» bei «Sucht Schweiz» nachgefragt.
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Am Montag zwei Gläser Weisswein zum Znacht, am Dienstag mit den Studi-Friends auf ein Feierabendbier. Am Mittwoch ein Cüpli am Geschäfts-Apéro, am Donnerstag ein Glas Rotwein, um runterzufahren. Am Freitag Shots und Cocktails, um den Geburtstag einer guten Freundin zu feiern. Am Samstag in der Badi, bisschen Aperol Spritz sippen. Am Sonntag ein Glas Wein zum Abendessen bei den Eltern. Ist dieser Konsum zu viel? Ist das bereits eine Alkoholsucht? Die Stiftung Sucht Schweiz setzt sich genau mit solchen Fragen auseinander.

Redaktion: Wenn man jeden Tag ein Glas trinkt, ist man dann süchtig? 

Sucht Schweiz: Das tägliche Trinken hat im Prinzip noch nichts mit einer Sucht zu tun. Es handelt sich um eine Tradition, die gerade in der älteren Generation vorhanden ist, zum Beispiel jeweils zur Mahlzeit ein Glas Wein oder Bier zu trinken.

Wann ist es denn Sucht? 

Es gibt keine konkrete Grenze, ab der man von Sucht sprechen kann. Bei Frauen spricht man von einem «chronisch risikoreichen Alkoholkonsum», wenn sie zwei oder mehr Gläser Alkohol pro Tag trinken. Bei Männern gilt dies, wenn sie vier oder mehr Gläser zu sich nehmen. Aber auch von diesen Personen sind nur rund drei Viertel wirklich abhängig respektive süchtig.

Woran kann man erkennen, dass man süchtig ist?

Es gibt einige Anzeichen, auf die man achten sollte. Beispielsweise, wenn man nicht mehr auf den Alkohol verzichten kann und Entzugserscheinungen auftreten, sobald man den Konsum reduziert. Ausserdem ist die Vernachlässigung von anderen Interessen sowie ein Kontrollverlust über den eigenen Konsum Anzeichen von Sucht.

Wie viele Menschen sind in der Schweiz schätzungsweise süchtig nach Alkohol?

Aufgrund von Konsumdaten und Befragungen wird geschätzt, dass in der Schweiz rund 250'000 Menschen vom Alkohol abhängig sind.

Wer ist besonders häufig betroffen?

Menschen zwischen 50 und 80 Jahren sind überdurchschnittlich häufig betroffen, am stärksten zwischen 65 und 80 Jahren. Eine mögliche Begründung: Einige fallen nach der Pensionierung in ein Loch und trinken dann mehr.

Wo finden Betroffene Hilfe?

In allen Kantonen existieren Suchtfachstellen, die Beratung anbieten. Unter www.suchtindex.ch findet man das passende Angebot.

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veröffentlicht: 25. Mai 2023 05:53
aktualisiert: 25. Mai 2023 07:57
Quelle: PilatusToday

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