Schweiz rüstet sich

Diese Produkte werden wegen der Stromkrise knapp

Loris Gregorio, Maurus Held, 2. September 2022, 21:00 Uhr
Die Schweiz bereitet sich auf einen möglicherweise unangenehmen Winter vor. Die Energie könnte knapp werden. Das merken auch die Onlinehändler – einige Produkte, wie etwa Generatoren sind teilweise nicht mehr verfügbar.

Am Mittwoch hat der Bundesrat die Schweizer Bevölkerung auf die Energie-Krise im Winter eingeschworen – inklusive Stromspartipps. Diese betreffen auch die Steckdosenleisten und die LED-Lampen, welche einen effiziente(re)n Stromverbrauch fördern sollen. Wir haben bei zwei der grössten Schweizer Online-Elektrohändler nachgefragt, wie die Aussichten auf die kommenden Wintermonate das Kaufverhalten von Herrn und Frau Schweizer bereits beeinflusst haben.

Daniel Rei, Mediensprecher der Firma Competec, zu der auch Online-Händler Brack.ch gehört, teilt unter anderem mit, dass der Absatz der Steckerleisten von Juli auf August um ganze 37 Prozent gestiegen sei – also schon vor der Bundesrats-Pressekonferenz am Mittwoch. «Dabei kann es sich aber auch um saisonale Schwankungen handeln», beschwichtigt er.

Verkaufsverbot von Leuchtstoffröhren ist möglich

Nichtsdestotrotz: Die Steckerleisten sind nicht die einzigen Waren, die gefragt sind. «Bei den LED-Leuchtmitteln und bei smarten Beleuchtungslösungen beobachten wir seit etwa zwei Wochen eine Zunahme», sagt Rei.

Diese könne je nach Leuchtmittel bis zu 74 Prozent betragen. «Wir gehen davon aus, dass die grössere mediale Berichterstattung zum Stromsparen eine Rolle spielt.» Weil ein Verkaufsverbot von Leuchtstoffröhren möglich ist, würden viele Betriebe jetzt schon auf LED-Leuchtmittel umsteigen.

LED-Modelle sind gefragt

Rei fügt aber auch an: «Aufgrund der Tatsache, dass die Energiespar-Kampagne des Bundesrats erst am Mittwoch lanciert wurde, sind noch keine klaren Trends der Verkäufe in diesen Kategorien zu erkennen.» Es könne allerdings durchaus sein, dass durch die Kampagne noch eine grössere Dynamik beim Absatz dieser Warengruppen entstehen werde. «Wir werden die Entwicklung weiter beobachten», so Rei.

Ähnlich wie bei Competec und Brack.ch verhält es sich bei Konkurrent Digitec Galaxus: «Wir haben diesen August 12 Prozent mehr Steckdosenleisten verkauft als im August 2021», teilt Mediensprecher Alex Hämmerli auf Anfrage mit. Und auch bei den LED-Glühbirnen habe der Online-Elektrohändler einen Verkaufsanstieg im Vergleich zum Vorjahr feststellen können: «Wir haben letzten Monat 26 Prozent mehr Leuchtmittel verkauft», sagt Hämmerli. «Bei den allermeisten davon handelt es sich um LED-Modelle.»

Powerstationen und Stromgeneratoren teilweise nicht mehr lieferbar

Deutlich bemerkbarer aber ist der drohende Energieengpass bei anderen Produkten: Galaxus teilte am Freitag mit, dass Powerstationen, Stromgeneratoren und Heizkörper teilweise nicht mehr lieferbar seien. Im August sei die Nachfrage bei Galaxus so hoch wie noch nie gewesen. Die Nachfrage habe sich bereits im Juni bemerkbar gemacht, der August habe aber alles übertroffen: Powerstationen seien 20-mal öfter verkauft worden als im August 2021.

Lesebeispiel: Während Kerzen (orange) im Juni und Juli kaum mehr nachgefragt wurden, war der Absatz im August 2022 um 500 Prozent höher, als noch im 2021.

© Galaxus

Interessant übrigens der Unterschied zwischen den Kantonen: Während Sonnenenergie vorallem in der Innerschweiz und der Romandie boomt, standen in den restlichen 15 Kantonen Brennholz zuoberst auf der Einkaufsliste. Das Mittelland, die Ost- und die Südostschweiz würden eher auf Holz setzen, um allfällige Gas- oder Stromengpässe überbrücken zu können, heisst es in der Medienmitteilung.

Wir berichteten bereits im Juli über die steigende Nachfrage: Schweizer decken sich mit Generatoren, Benzinkanistern und Powerstationen ein. Wie hältst es du? Bereitest du dich auch schon auf den Winter vor? Erzähls uns in den Kommentaren!

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 2. September 2022 12:03
aktualisiert: 2. September 2022 21:00
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