Videospiele in Pausen

Zürcher Schülerinnen und Schüler sollen sich fit gamen

11.02.2022, 12:45 Uhr
· Online seit 11.02.2022, 11:46 Uhr
Das Pilotprojekt Sphery stellt meterhohe Würfel an Zürcher Schulen auf. In den Würfeln kann man Videospiele gamen und in virtuelle Welten eintauchen. Die Idee: Gaming soll Schülerinnen und Schüler sportlicher und gesünder machen.
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Es sind drei mal drei Meter hohe Würfel, auf deren Wände virtuelle Welten, Achterbahnen oder Sportstätten projiziert werden. Davor stehen Jugendliche und versuchen sich an den Aufgaben, die der Computer ihnen stellt: Hochspringen oder in die Knie gehen, wenn sich ihnen ein Hindernis stellt, oder mehr Goldmünzen einsammeln als der Konkurrent nebenan. Die Gaming-Würfel stammen vom Start-up Exergame, das zusammen mit der Schtifti Foundation für mehr Bewegung an den Zürcher Schulen sorgen will. Von der Stadt erhielten die beiden Partner nun einen Kredit von 150'000 Franken für ihr gemeinsames Sphery-Projekt.

«Mit den Gamingangeboten können wir alle abholen.»

«Die Gesundheit der Kinder liegt im Fokus. Wir wollen sie durch Gaming zu mehr Bewegung animieren. Und zwar auch jene, die sonst nicht sehr sportbegeistert sind», erklärt Sina Candrian gegenüber ZüriToday. Candrian ist Projektleiterin des Schulprogramms der Schtifti Foundation. Besonders begeistert sie, dass das Game im Würfel – dem sogenannten Exercube – sich individuell an den jeweiligen Schüler anpasst. «Das Programm kennt den Jugendlichen, seine Stärken und Schwächen. Und gleicht die Spiele daran an. So wird jeder Schüler individuell gefordert und gefördert, erlebt Erfolgserlebnisse und kann sich sportlich und persönlich weiterentwickeln.»

Damit will man testen, ob sich solche Gamingangebote im Zürcher Schulalltag etablieren lassen, man damit zu Sport animieren kann und dies wiederum der Gesundheit des Schülers zu Gute kommt. «Wir wollen zum Beispiel schauen, ob und wie die Exercubes in der Pause genutzt werden. Oder den Lehrpersonen die Möglichkeit geben, einen Schüler, der vielleicht gerade unruhig ist, kurz in den Würfel zu schicken. Dort kann er sich ein paar Minuten austoben und kommt dann konzentrierter wieder in den Unterricht.»

«Es macht Spass. Und dennoch ist es körperlich anstrengend.»

Starten wird das Projekt noch im Frühjahr. «Der erste Schritt wird nun sein, mit interessierten Schulen der Stadt Kontakt zu knüpfen.» Wie unterhaltsam die Spiele im Würfel sind, durfte Candrian selbst auch schon testen. «Ich durfte selbst schon im Cube spielen und mich austoben. Es ist einfach spannend, Bewegung und sportliche Herausforderungen mit Spass zu verbinden. Die Zeit verfliegt und man merkt erst am Ende, wie der Schweiss rinnt und man so richtig ausser Atem ist», so Candrian.

Die 150'000 Franken, die von der Stadt für das Projekt gutgesprochen worden sind, stammen ursprünglich von der Zürcher Kantonalbank. 2020 schüttete diese anlässlich des Firmenjubiläums 13,6 Millionen Franken als Dividende an die Stadt aus. Die Bedingung: Projekte für die Jugend und die Umwelt damit umzusetzen.

veröffentlicht: 11. Februar 2022 11:46
aktualisiert: 11. Februar 2022 12:45
Quelle: ZüriToday

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