Zürich
Stadt Zürich

Entkriminalisierung: Strassenstrichzonen für Sexarbeit an der Langstrasse

Politischer Vorstoss

Strassenstrichzonen sollen Sexarbeit an der Langstrasse entkriminalisieren

· Online seit 01.02.2024, 20:16 Uhr
Freier anzuwerben ist an der Langstrasse und rundherum nicht erlaubt, wird aber trotzdem gemacht. Jetzt fordern Politikerinnen Zonen, in denen Sexarbeit legal ist.
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Im Gebiet um die Zürcher Langstrasse ist Sexarbeit verboten. Trotzdem findet Prostitution im traditionellen Rotlichtviertel statt. Die Bedingungen für Sexarbeitende sind schwierig. Oft stecken sie in ausbeuterischen Verhältnissen und die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme sind beschränkt.

Auch die Polizei ist stets präsent. Sexarbeitende müssen dauernd mit teilweise existenzbedrohenden Bussen und ausländerrechtlichen Konsequenzen wie beispielsweise Einreisesperren rechnen. Als Folge verstecken und isolieren sich viele. Es besteht die Gefahr, dass sie sich in die Illegalität abdrängen. Gemäss Fachstellen hat sich die Situation nach der Coronapandemie verschärft. Zürcher Politikerinnen wollen nun etwas gegen diese missliche Situation unternehmen.

Strassenstrichzonen als Entkriminalisierung

Anna Graff (SP), Karin Weyermann (Mitte), Tanja Maag Sturzenegger (AL) und zwei Mitunterzeichnerinnen wenden sich mit einem Postulat an den Stadtrat. Sie fordern geeignete Strassenabschnitte im Gebiet der Langstrasse als bewilligte Strassenstrichzonen, «um insbesondere gefährdete Personen im Sexgewerbe zu entkriminalisieren und ihre Vulnerabilität zu reduzieren», wie es im Postulat heisst.

Es soll zudem geprüft werden, ob zur quartierverträglichen Abwicklung der Strassenstrichzonenbewilligung das Fahrverbot für den Individualverkehr im Abschnitt Brauer- bis Dienerstrasse auch auf die Nacht ausgedehnt werden sollte.

«Kriminalisierung treibt Sexarbeitende in die Abhängigkeit von Freiern»

«Eine Entkriminalisierung ist ein langjähriges Anliegen von Sexarbeiterinnen und Fachstellen», erklärt Graff das Postulat gegenüber «20 Minuten».  Die Illegalität mache es besonders Personen, die in ausbeuterischen Verhältnissen stecken, schwierig, sich Hilfe zu suchen.

«Fakt ist: Der Strich an der Langstrasse existiert. Die Kriminalisierung treibt die Sexarbeiterinnen und -arbeiter stärker in die Abhängigkeit von Freiern», so Graff weiter. «In einer bewilligten Strassenstrichzone wäre es für Sex-Worker einfacher, der Arbeit sicher nachzugehen und sich bei Problemfällen an die Behörden zu wenden.»

veröffentlicht: 1. Februar 2024 20:16
aktualisiert: 1. Februar 2024 20:16
Quelle: ZüriToday

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