Taubenplage am Bucheggplatz

Stadt Zürich will Tauben töten — Tieraktivisten demonstrieren

Lea Hilff, 27. Juni 2022, 18:46 Uhr
«Tauben sollen leben» — so steht es auf einem Plakat der Tieraktivisten, die am Montagabend auf dem Zürcher Bucheggplatz demonstriert haben. Die Stadt hat rund um den Platz Taubenfallen aufgestellt. Der Plan: Die Tauben sollen gefangen und getötet werden.
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Für die einen sind sie die wilden Haustiere der Stadt, für die anderen die «Ratten der Lüfte»: In der Stadt Zürich leben rund 16'000. Sie hinterlassen laut städtischen Angaben jährlich 80 Tonnen Kot.

Ein grosser Schwarm dieser Tauben fliegt jetzt rund um den Bucheggplatz. Grund: Der Bucheggtunnel wird saniert und scheucht die Tauben aus ihrem Versteck im Tunnel. Das wird zum Problem: Denn bei zu grossen Taubenschwärme würden sich Krankheiten schneller verbreiten, erklärt Martina Bosshard, Mediensprecherin von Grün Stadt Zürich. Zudem verschmutzen die Tauben die Umgebung beim Bucheggplatz. Die Stadt müsse also handeln. Der Wildhüter hat nun rund um den Bucheggplatz Taubenfallen aufgestellt.

Taubenfalle am Bucheggplatz
© ZüriToday

Die Tauben werden durch Futter in die Fallen gelockt, gefangen und später getötet.

Für eine kleine Gruppe von Tieraktivistinnen und Aktivisten, die am Montagnachmittag am Bucheggplatz demonstriert haben, geht das eindeutig zu weit.

«Tauben sollen leben», steht auf den Plakaten der Tieraktivisten. Sie wünschen sich eine tierfreundlichere Lösung, die in Augsburg erfolgreich seit Jahren erfolgreich umgesetzt werde: In Augsburg wurden die Nester der Tauben zerstört und durch Taubenhäuser ersetzt. Darin hat es genügend Ökofutter. Ein grosser Teil des Kots bleibt dadurch in den Taubenhäusern liegen, diese werden regelmässig gereinigt. Dazu kommt, dass der Bio-Kot weniger aggressiv ist und besser entsorgt werden kann. Zudem werden die Taubeneier durch gleich grosse Gipseier ersetzt. Die Tauben bemerken dies nicht und produzieren deshalb weniger Nachwuchs.

«Nicht Füttern!»

Damit appelliert die Mediensprecherin Martina Bosshard an die Zürcherinnen und Zürcher. Denn die Grösse einer Tierpopulation werde durch das Nahrungsangebot gesteuert. Je mehr Futter vorhanden ist, desto mehr Tauben gibt es. Das heisst also, wer Tauben füttert, trägt zu ihrer Vermehrung bei.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 27. Juni 2022 19:42
aktualisiert: 27. Juni 2022 19:42