Nur noch 15 Grad?

In Zürcher Kirchen frierst du wohl bald noch mehr

Maarit Hapuoja, 5. Oktober 2022, 14:27 Uhr
Es ist ein Ort, an dem es im Winter immer etwas frisch ist. Die Kirche. Nun wollen Gotteshäuser in Zürich aber die Temperaturen noch mehr senken, um Strom zu sparen. Dabei gibt es einiges zu berücksichtigen. Etwa die Sensitivität der Instrumente.
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Kühlere Temperaturen im Büro, weniger Weihnachtsbeleuchtung und Sparmassnahmen für den Alltag. An vielen Ecken wird aktuell dem befürchteten Strommangel entgegengewirkt. Die St.Galler Kantonalkirche reagiert auf die Mangellage und senkt die Raumtemperatur in der Kathedrale von 16 auf maximal 15 Grad. Auch die Zürcher Kirchen wollen sparsamer mit Energie haushalten.

Das Grossmünster heizt weniger

Das Grossmünster wird seit 1990 mit Strom geheizt. Die Grundlast liegt bei 15 Grad. Bei Veranstaltungen und Gottesdiensten werden die Räume dann geheizt, doch dieses Jahr ist es anders, wie Sigrist Franco Gargiulo bestätigt. «Wir fahren auf der halben Stufe und gehen nicht auf Volllast. Diesen Winter bleibt es bei diesen 15 Grad.»

«In den Kirchenräumen friert man sowieso im Winter immer», sagt auch Christoph Sigrist, Pfarrer im Grossmünster. In den Pfarrhäusern sei man jetzt daran, die Sparmassnahmen umzusetzen. «Wir hatten schon immer ein Sensorium für Energieverschleiss. Selbstverständlich bedenken wir dieses Jahr die Temperatursenkungen.» Dies geschehe zusammen mit der Stadt und dem Kanton. Zudem werden Lichter gelöscht, PCs ausgeschaltet und Nachtbeleuchtungen fallen aus.

Im Fraumünster würden Viele frieren

Auch das Fraumünster passt sich an die Stromkrise an – oder diskutiert dies zumindest. «Es wird noch abgestimmt, wie das gehandhabt wird», sagt Pfarrer Johannes Block. Zur Debatte steht die Temperatursenkung auf 15 Grad. Denn die Stadt hat die Empfehlung ausgesprochen, in Büros soll es 19 Grad und in öffentlichen Räumen 15 Grad sein.

«Im Moment wird nicht extrem geheizt, aber wir haben das starke Bedenken, dass die 15 Grad kaum umsetzbar sind», so Block. Dies, weil das Fraumünster hoch frequentiert sei. «Es liegt zentral, es verzeichnet viele Besucher und es finden viele Proben und Gottesdienste statt.»

«Instrumente sind temperatursensitiv»

Die Nutzung spricht auch Patrick Hess, Geschäftsleiter der Altstadtkirchen, an. «Wir müssen die individuelle Situation noch anschauen. Das heisst, inwiefern eine Kirche genutzt wird und wo was möglich ist.» Instrumente, insbesondere die Orgeln, seien temperatursensitiv. «Die Kirchen werden ihren Teil an die Energiesparmassnahmen leisten, die exakten Massnahmen werden angelehnt an die Stadt aber noch definiert.»

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 5. Oktober 2022 14:22
aktualisiert: 5. Oktober 2022 14:27