6. Januar

Am Dreikönigstag: Diese Gebäcke isst man in anderen Ländern

Raphael Willen, 6. Januar 2023, 19:28 Uhr
Während man in Grossteilen der Schweiz den Dreikönigskuchen aus Hefeteig und mit einer eingebackenen Königsfigur isst, sehen die traditionellen Gebäcke in anderen Ländern ganz anders aus. Hier erfährst du, wo welcher Kuchen gegessen wird.
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Schweizer Dreikönigskuchen

In der Schweiz, mit Ausnahme der Westschweiz, besteht der Dreikönigskuchen aus süssem Hefeteig. Die kleineren Stücke aussenrum und das grosse Stück in der Mitte werden mit Mandelblättchen und Hagelzucker bestreut. In einem der äusseren Stücke wird meist eine kleine, weisse Königsfigur aus Kunststoff eingebacken. Die Person, die das Stück mit der Figur erwischt, ist für einen Tag König und darf sich eine Papierkrone aufsetzen.

Schweizer Dreikönigskuchen

© KEYSTONE/Christian Beutler

Galette des Rois

In der Westschweiz, in Frankreich, Belgien und Luxemburg ist der Galette des Rois (französisch für Königskuchen) die am meisten verbreitete Variante des Gebäcks, das am 6. Januar gegessen wird. Der flache, runde Kuchen besteht aus Blätterteig und ist mit einer Mandelcreme gefüllt. Im Gegensatz zum klassischen Schweizer Kuchen wird eine Porzellanfigur versteckt. Die Finderin oder der Finder der Figur wird auch hier König und darf sich eine Krone aufsetzen. Zusätzlich darf sie sich eine Königin aussuchen, die ebenfalls eine Krone erhält. Immer wenn der König trinkt, müssen alle anderen Personen «Le roi boit» (zu Deutsch: Der König trinkt) rufen.

Galette des Rois

© Getty

Roscón de Reyes

In Spanien isst man am Dreikönigstag den Roscón de Reyes (spanisch für Königskranz). Dabei handelt es sich um einen Kranzkuchen aus Hefeteig, der ohne Füllung mit kandierten Früchten, Schlagrahm, Trüffelfüllung, Puddingcreme oder Kürbiskonfekt verzehrt wird. Auch in diesem Gebäck ist eine Porzellanfigur versteckt. Zusätzlich wird irgendwo im Kuchen eine trockene Bohne versteckt, die nicht gegessen werden darf. Nach spanischer Tradition muss die Person, die die Bohne in ihrem Stück findet, den Kuchen bezahlen.

Roscón de Reyes

© Getty

Rosca de Reyes

Der Königskranz, auch Rosca de Reyes genannt, wurde vor einigen Jahrhunderten von den Spaniern in Mexiko eingeführt. Der Kuchen wird aus Hefeteig gefertigt und hat in der Regel keine Füllung. Auch dieses Gebäck wird mit kandierten Früchten verziert. Oft werden Datteln oder Feigen benutzt. Die Porzellanfigur, die im Teig eingebacken wird, soll Glück bringen.

Rosca de Reyes

© Keystone/EPA/Isaac Esquivel

Bolo Rei

In Portugal essen die meisten Menschen am 6. Januar den Bolo Rei (portugiesisch für Königskuchen). Dieser wird häufig aus Briocheteig hergestellt und mit kandierten Früchten und Nüssen verziert. Der Kuchen soll die Form einer Krone darstellen. Üblicherweise wird im portugiesischen Gebäck eine dicke, getrocknete Bohne versteckt. Die Person, welche die Bohne findet, darf (oder muss) im nächsten Jahr den Bolo Rei backen.

Bolo Rei

© Getty

Vasilopita

In Griechenland wird das neue Jahr mit dem Vasilopita (griechisch für Königsbrot) gefeiert. Nach traditionellem Familienbrauch wird im Hefeteig- oder Mürbeteiggebäck eine Goldmünze eingebacken. Das Mitglied der Familie, die das Stück mit der Münze hat, soll im neuen Jahr viel Glück erfahren.

Vasilopita

© Getty

King Cake

Im US-amerikanischen Bundesstaat Louisiana und besonders in der Stadt New Orleans ist die Tradition des King Cake (englisch für Königskuchen) vorherrschend. Der ringförmige Kuchen, der aus Briocheteig oder dänischem Plunderteig besteht, wird auf King-Cake-Partys gegessen. Das Gebäck wird mit Zuckerguss und Zuckerstreuseln in den Farben des Mardi Gras (Fasnachtsdienstag in Louisiana) verschönert. Früher wurde er meist nicht gefüllt, heute gibt es Exemplare mit Frischkäse-, Schokolade oder einer Wodka-Füllung.

King Cake

© Getty

Welcher Dreikönigskuchen-Typ bist du? Finde es im untenstehenden Video raus.

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 6. Januar 2023 15:23
aktualisiert: 6. Januar 2023 19:28