Umfrage

Steuerfrust in der Schweiz? Es gibt auch glückliche Steuerzahler

· Online seit 07.12.2023, 06:43 Uhr
Klar, Steuern zahlt niemand gerne. Und eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist auch der Meinung, zu hohe Steuern zahlen zu müssen. Trotzdem ist sie zufrieden mit der Gegenleistung des Staates.
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57 Prozent der Schweizer Bevölkerung finden, dass sie zu hohe Steuern zahlen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Online-Vergleichsdienstes Comparis. Trotzdem findet eine grosse Zahl aber auch, dass die Gegenleistung des Staates stimmt. 42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie genug Gengenleistung erhalten.

«Im Gegensatz zum oft gehörten Unmut, empfindet fast die Hälfte der Schweizer die Höhe der Steuern als gerecht»,wird Comparis-Experte Michael Kuhn in einer entsprechenden Mitteilung zitiert. Der funktionierende Staat und die Möglichkeit, demokratisch über den Steuersatz zu bestimmen, seien wohl Gründe dafür.

Unterschiede zwischen Mann und Frau

Die Umfrage zeigt dabei auch grosse Unterschiede bei den Geschlechtern. Während knapp über die Hälfte der Männer die Steuerrechnung als zu hoch empfindet, sind es bei den Frauen über 60 Prozent. Und auch je nach Bildungsniveau schätzen die Schweizerinnen und Schweiz die Höhe der Steuern anders ein. Bei den Befragten mit hoher Bildung empfindet die Hälfte die Steuern als zu hoch. Bei mittlerem und niedrigem Bildungsniveau beträgt dieser Wert 65 Prozent.

Eine höhere Bildung gehe häufig auch mit einem breiteren Verständnis der tatsächlichen Aufgaben und Leistungen des Staates einher, erläutert Experte Kuhn die Resultate. «Wer besser nachvollziehen kann, was alles mit Steuergeldern finanziert wird, beurteilt die Höhe der Steuern in diesem Kontext.»

Unzufriedener Mittelstand

Bei der Comparis-Umfrage zeigt sich zudem ein deutlicher Steuergraben. Über 60 Prozent mit einem monatlichen Einkommen zwischen 4000 und 8000 Franken sind mit der Steuersituation unzufrieden. Der Mittelstand ist somit klar der Meinung, dass die Steuerlast zu hoch ist. «Im Vergleich zu den Gut- und den Wenigverdienenden ist in der Schweiz die Mittelschicht mit den Steuern am wenigsten zufrieden. Ein Grund könnten die im Verhältnis zu ihren finanziellen Möglichkeiten relativ hohen Steuerbeträge sein», analysiert Kuhn.

Der Wert bei den besser Verdienenden ist deutlich tiefer. «Nur» 53 Prozent der Befragten mit einem monatlichen Einkommen über 8000 Franken sind mit der Höhe der Steuern in der Schweiz unzufrieden. Gleiches Resultat zeigt sich bei den tiefen Monatseinkommen (bis 4000 Franken).

Zu wenig Steuern? Auch das gibt es

Interessant bei der Umfrage ist auch, dass ein winziger Teil der Befragten mit tiefem Einkommen angibt, zu wenig Steuern bezahlen zu müssen (2,2 Prozent). Grund dafür dürften laut Comparis-Experte die finanziellen Auffangnetze wie Prämienverbilligung bei der Krankenkasse oder die Sozialhilfe sowie die vorteilhafte Steuerprogression sein.

Aber auch bei den Gutverdienenden gibt es einen kleinen Prozentteilt (1,4) der die Steuerrechnung als zu tief empfindet. Beim Mittelstand ist dieser Wert gleich Null. Auch hier zeigt sich demnach eine relativ hohe Steuerlast für den Mittelstand.

veröffentlicht: 7. Dezember 2023 06:43
aktualisiert: 7. Dezember 2023 06:43
Quelle: ArgoviaToday

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