Kanton Zürich

Arbeitslosenquote lässt Corona hinter sich

07.02.2022, 11:15 Uhr
· Online seit 07.02.2022, 08:03 Uhr
Die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat sich zum Jahresstart 2022 wenig verändert. Die Zahl der Arbeitslosen ist gegenüber dem Vormonat Dezember zwar leicht gestiegen. Die Arbeitslosenquote verharrte jedoch bei 2,6 Prozent.
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Insgesamt waren Ende des Berichtsmonats 122'268 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldet. Das waren 540 mehr als im Monat davor, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte.

Die Arbeitslosenquote ist üblicherweise saisonalen Schwankungen unterworfen, weil es in den Wintermonaten etwa auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in der Gastronomie jeweils weniger Arbeit gibt. Die vom Seco um die saisonale Faktoren bereinigte Arbeitslosenquote über die Schweiz hinweg ging im Januar leicht auf 2,3 von 2,4 Prozent zurück.

Höchststand zu Beginn des zweiten Lockdowns

Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Zahl der Arbeitslosen im Januar dieses Jahres massiv tiefer. Sie sank um 47'485 Personen. Damals – zu Beginn des zweiten Lockdowns – wurde der Höchststand während der Coronakrise erreicht. Die Arbeitslosenquote betrug damals 3,7 Prozent.

Ökonomen waren sich im Vorfeld bei ihren Prognosen ziemlich uneinig gewesen. Die Bandbreite der Schätzungen hatte für die ausgewiesene Quote bei 2,2 bis 2,7 Prozent gelegen, für den saisonbereinigten Wert bei 2,3 bis 2,5 Prozent. Die ausgewiesene Quote von 2,6 Prozent kam nun also eher am oberen Rand der Schätzungen zu liegen, die saisonbereinigte am unteren Rand.

Derweil nahm die Zahl der Stellensuchenden im Januar um 2809 auf 206'867 ab, die Zahl der gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich hingegen um 10'881 auf 58'412.

Kurzarbeit weiter rückläufig

Die Kurzarbeit, mit der die negativen Corona-Effekte während der Krise abgefedert wurden, zog zu Beginn des vergangenen Jahres wegen des zweiten Corona-Lockdowns wieder an. Danach sank sie deutlich, und auch im November, zu dem nun aktuelle Zahlen bekannt sind, war sie erneut rückläufig.

Konkret waren im November laut den Angaben des Seco nur noch knapp 45'000 Personen von Kurzarbeit betroffen, gut 3500 weniger als im Monat davor. Auch die Anzahl Betriebe mit verhängter Kurzarbeit ging um 6,7 Prozent auf knapp 7400 zurück.

Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Krise im Frühling 2020 hatte für fast 1,4 Millionen Menschen Kurzarbeit gegolten, in der zweiten Corona-Welle war die Zahl dann im Februar 2021 nochmals auf gut 520'000 geklettert.

Arbeitslosigkeit in Zürich erstmals unter Vorkrisenniveau

Im Januar sank die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich von 2,4 Prozent auf 2,3 Prozent. Sie liegt damit erstmals wieder unter dem Vorkrisenniveau vom Januar 2020. Die gute wirtschaftliche Lage dürfte sich weiter positiv auf die Arbeitslosenzahlen auswirken. «Die Arbeitslosigkeit hat sich somit vollständig von der Corona-Pandemie erholt», sagt die Chefin des Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, Andrea Engeler. Der erfolgte Rückgang sei ausschliesslich auf die anhaltende gute Wirtschaftslage zurückzuführen.

Laut Unternehmensbefragungen erwarten alle Zürcher Branchen einen weiteren Beschäftigungsaufbau im ersten Quartal. Einzig im Gastgewerbe sind die Aussichten trüber. Allerdings wird die aktuelle Beschäftigungslage noch immer als zu tief eingeschätzt, weshalb ein spürbarer Stellenabbau im Gastgewerbe eher unwahrscheinlich erscheint. Die Aufhebung der Home-Office-Pflicht und das baldige Ende der Zertifikatspflicht werden der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt weiteren Aufschwung geben.

veröffentlicht: 7. Februar 2022 08:03
aktualisiert: 7. Februar 2022 11:15
Quelle: sda

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