«Würgeengel der Kinder»

Zwei Fälle von Diphterie im Bundesasylzentrum Zürich

31. August 2022, 14:50 Uhr
Im Bundesasylzentrum Zürich liegen zwei Fälle von Diphtherie vor. Entsprechende Sofortmassnahmen wurden eingeleitet – für die breite Bevölkerung bestehe demnach keine Gefahr, beruhigen die Behörden.
Das Bundesasylzentrum in Zürich – hier leben rund 180 Jugendliche.
© Keystone

Im Bundesasylzentrum Zürich ist je ein Fall von Haut- sowie Rachendiphtherie aufgetreten. Dies teilt die kantonale Gesundheitsdirektion mit. Alle Kontaktpersonen der beiden betroffenen Personen würden nun getestet, enge Kontaktpersonen erhielten zudem vorsorglich Antibiotika.

In Absprache mit dem Staatsekretariat für Migration (SEM) sei für die betroffene Abteilung im Zürcher Bundesasylzentrum mit rund 180 Jugendlichen ein sofortiger Aufnahme- und Verlegungsstopp angeordnet, schreibt die Gesundheitsdirektion weiter. Dieser dauere an, bis die Resultate der Abstriche vorliegen. Die betroffenen Personen befinden sich derzeit in Isolation.

In der Schweiz so gut wie verschwunden

Bei der Diphtherie handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die früher häufig «Würgeengel der Kinder» oder «Halsbräuner» genannt wurde. Ausgelöst wird sie durch das Bakterium «Corynebacterium diphtheriae». Zwei Arten sind bekannt: die respiratorische (Atemwege) und die kutane (Haut) Diphtherie – in Zürich sind nun beide aufgetreten.

Eine Impfung schützt vor einer Erkrankung. Für die Schweizer Bevölkerung ist die Gefahr einer Ansteckung klein, da sie weitgehend bereits gegen Diphtherie geimpft ist. Folglich ist diese Krankheit hierzulande praktisch verschwunden. Global gesehen ist sie jedoch nach wie vor verbreitet.

(mhe)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 31. August 2022 14:50
aktualisiert: 31. August 2022 14:50
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