Wachstum & Preisanstieg

Zürcher Schuhfirma On zielt auf die erste Milliarde

16. November 2022, 16:01 Uhr
Eine Umsatzsteigerung von 50 Prozent und die Eroberung des asiatischen Marktes spielen der Schuhfirma in die Karten. Trotz Hürden wie teurere Frachtpreise bleibt die beliebte Schuhmarke auf Kurs.
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Die Zürcher Schuhfirma On bleibt auf Kurs. Nach neun Monaten scheint die erstmalige Umsatzmilliarde im laufenden Jahr nur noch Formsache. Das in New York kotierte Unternehmen, an dem auch der Tennisstar Roger Federer beteiligt ist, hat erneut die Umsatzerwartung erhöht.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz um satte 50 Prozent auf 328 Millionen Franken, wie On am Mittwoch mitteilte.

Breit abgestütztes Wachstum

Gerade in China konnte On mit einem Plus von 90 Prozent deutlich mehr Schuhe verkaufen. «China entdeckt den Laufsport, so Co-CEO Martin Hoffmann. Zudem habe man davon profitiert, dass die Läden nach den Corona-Lockdowns wieder geöffnet hätten.

Noch ist der Marktanteil in China aber sehr gering. Das Wachstum soll aber weiterhin regional möglichst breit abgestützt sein. So will On auch in Europa weiter zulegen. Und absolut gesehen bleiben ohnehin die USA wichtigster Wachstumsmotor, wie der Co-Chef sagt.

Marge weiter unter Druck

Nicht ganz mit den Verkäufen mithalten konnte der Betriebsgewinn. Dieser stieg um gut 48 Prozent auf 56,3 Millionen Franken. Die entsprechende Marge lag mit 17,2 Prozent knapp unter Vorjahr.

Belastet wurde die Profitabilität durch ungünstige Wechselkurse und höhere Luftfrachtanteile. Durch Fabrikschliessungen verursachte Lieferengpässen führten dazu, dass On im laufenden Jahr seine Produkte vermehrt per Luftfracht statt der günstigen Schifffracht auslieferte, was sich auf die Kosten niederschlug.

Keine Preiserhöhungen in der Schweiz

Nicht zuletzt will On höhere Kosten mit Preiserhöhungen begegnen. In Europa sollen die Preise ab dem kommenden Frühjahr erhöht werden und in den USA hat der Laufschuhkonzern seit Jahresbeginn bereits für 60 Prozent der Produkte die Preise erhöht, wie Hoffmann erklärt. Weiterhin keine Preiserhöhung soll es aber in der Schweiz geben.

Wachstum vor Dividende

Der Nettogewinn lag im dritten Quartal mit 20,6 Millionen Franken 59 Prozent höher. Auf neun Monate gesehen lag der Gewinn mit 84 Millionen gar fünfmal so hoch wie im Vorjahreszeitraum.

Das Nettoergebnis im Gesamtjahr wird allerdings noch durch aktienbasierte Vergütungen belastet. Co-Chef Hoffmann rechnet dennoch mit einem Gewinn. Wie hoch die Belastungen durch die Vergütungen ausfallen, hängt dann aber final vom Aktienwert zu entsprechenden Zeitpunkt ab.

Eine Dividende dürfte es derweil weiterhin nicht geben. Im Vordergrund stehe das Wachstum und entsprechend würden Überschüsse auch wieder investiert werden, so Hoffmann.

(sda/roa)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 16. November 2022 16:01
aktualisiert: 16. November 2022 16:01