Zürich

Zürcher Restaurant verrechnet Trinkgeld automatisch – das sind die Reaktionen

Lob und Kritik

«Geiz ist nicht geil!!!» – das sagt Zürich zum Trinkgeld-Gate

04.05.2023, 14:55 Uhr
· Online seit 04.05.2023, 14:54 Uhr
Ein Restaurant in Zürich nutzt eine Einstellung, die standardmässig zehn Prozent Trinkgeld verrechnet. Dies stösst einem Gast sauer auf. Ein Blick in die Kommentarspalten und auf den Zürcher Strassen zeigt: Trinkgeld befürworten die meisten, nicht aber das besagte Vorgehen.

Quelle: ZüriToday / Olivia Eberhardt

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Beim Besuch eines Restaurants in Zürich wurde einem Gast mehr Geld abgebucht, als seine Bestellung eigentlich kostete. Der Grund: Bei der Zahlung übersah er eine Einstellung, die standardmässig zehn Prozent Trinkgeld verrechnet. ZüriToday berichtete über den Vorfall, der die Community zu beschäftigen scheint. Hier ist eine Auswahl an Reaktionen.

«Eindeutig räuberisch»

Die Praxis des Restaurants nervt offenbar nicht nur den betroffenen Gast selbst. Auf Reddit kassieren die Betreiber für ihr Verhalten viele negative Kommentare. «Was sie getan haben, war grenzwertig illegal ... Blutsauger» ist zu lesen. Oder: «Tips sind opt-in und nicht opt-out». Ein anderer User kommentiert das Vorgehen mit den Worten «eindeutig räuberisch». Ein weiterer argumentiert mit den Preisen in der Schweiz gegen eine zusätzliche Vergütung für das Servicepersonal: «Ehrlich gesagt gebe ich in der Schweiz nie Trinkgeld. 20 Franken für einen verdammten Salat zu zahlen, ist genug Trinkgeld.»

«Geiz ist nicht geil!!!»

Das Vorgehen des Restaurants stösst aber auch auf Verständnis. So appelliert ein User auf Facebook an die Gäste: «Wer es sich leisten kann, sich nicht für den Bestellvorgang zu interessieren und einfach nur ja sagt, bis die Bezahlung abgeschlossen ist, gehört genau zu diesen Personen, die genug haben und in der Gastro genug Trinkgeld geben sollten.»

Auch der Lohn der Serviceangestellten kommt zur Sprache: «Die Servicekräfte in der Gastronomie gehören zu den am schlechtesten bezahlten Menschen in der ganzen Schweiz. Wenn man bedenkt, wie viele Stunden sie arbeiten müssen und dass sie oft in den teuersten Regionen der Schweiz (den Grossstädten) über die Runden kommen müssen, halte ich Trinkgeld für angemessen. Die beste Lösung wäre allerdings, dass sie einfach höhere Löhne bekommen.»

Trinkgeld, so sieht es ein User auf ZüriToday, sollten aber nicht nur Personen in der Gastronomie erhalten: «Ich gebe auch Handwerkern, die im Haus zum Beispiel einen neuen Kühlschrank einbauen, einen Bazen oder einen selbst gebackenen Kuchen zum Mitnehmen. Die Freude zu sehen, dass ihre Arbeit geschätzt wird, ist unbezahlbar!! Geiz ist nicht geil!!!»

Höhere Löhne statt Trinkgeld als Muss

Gleich sieht dies ein anderer User, der unter dem Artikel kommentiert, dass das Personal anständig belohnt und Trinkgeld abgeschafft werden sollte: «Das ist doch alles tiefes Mittelalter.»

Dies sieht auch eine andere Stimme ähnlich: «Vor vielen Jahren haben wir Schweizer-innen ganz offiziell darüber abgestimmt, dass das Trinkgeld in den Preisangaben (Menü-Karten, etc.) inbegriffen sein muss. Warum das Trinkgeld schleichend zurückgekommen ist und heute wieder als ‹Muss› angesehen wird, verstehe ich nicht.»

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veröffentlicht: 4. Mai 2023 14:54
aktualisiert: 4. Mai 2023 14:55
Quelle: ZüriToday

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