Zürich

Zürcher Notvorratsproduzent: «Die Nachfrage hat sich verdoppelt»

Gefragte Notfall-Pakete

Zürcher Notvorratsproduzent: «Die Nachfrage hat sich verdoppelt»

01.04.2022, 07:41 Uhr
· Online seit 01.04.2022, 07:28 Uhr
Die Bevölkerung in Notsituationen mit Lebensmitteln zu versorgen, ist primär die Aufgabe des Bundes. Trotzdem raten die Behörden zu einem privaten Notvorrat. Die Nachfrage ist so gross wie nie.
Anzeige

«Kluger Rat – Notvorrat», dieser Slogan ist bereits über 50 Jahre alt und doch aktueller denn je. Die Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben nicht zuletzt dazu geführt, dass die Versorgung im Notfall an Wichtigkeit gewonnen hat. Diese Entwicklung ist auch für SicherSatt deutlich spürbar, einem Unternehmen aus dem Zürcher Oberland.

Hohe Nachfrage 

Das Unternehmen aus Wald produziert und vertreibt lang haltbare Lebensmittel sowie Vorrat- und Notvorrat-Pakete. Auf Anfrage von ZüriToday bestätigt der Geschäftsführer von SicherSatt, Reto Schätti, dass ihre Produkte gefragter denn je seien: «Die Nachfrage hat sich gut verdoppelt, an Spitzentagen gar verdreifacht. Zeitweise hatten wir ein Mehrfaches des gewohnten Umsatzes zu bewältigen.» Besonders gefragt seien die Päcklis «Familien Angebot Classic» und «Notvorrat Extra». Diese umfassen einen Monatsvorrat für eine vierköpfige Familie beziehungsweise einen Notvorrat von einem Jahr für eine Person. Beide Pakete enthalten Lebensmittel wie Vollmilchpulver, Linsen, Kartoffelpüree, Mehl, eine Gemüsemischung oder Volleipulver. Kostenpunkt: 1190 Franken für das Familien-Paket und 3290 Franken für den Jahresvorrat für eine Person.

Beschaffung so schwierig wie nie

Dass die Nachfrage nach Produkten für den Notvorrat steigt, sei für sein Unternehmen auch in der Beschaffung spürbar. So stelle man zunehmend fest, dass die Beschaffung der Produkte schwieriger wird. Die Lieferfristen werden länger. Zudem werde alles teurer. « Eine solche Situation wie heute hatten wir in unserer 12-jährigen Firmengeschichte noch nie», fügt Schätti an.

Anders als das Amt für Wirtschaft und Arbeit Zürich – gemäss dessen Angaben ist die Versorgungssicherheit durch den Ukraine-Krieg nicht in Gefahr – zeigt sich Schätti über die aktuelle Lage besorgt: «Die momentane Situation zeigt uns, dass unser Versorgungssystem anfällig geworden ist. Die gesamte Logistik ist auf den ‹best case› ausgerichtet. Alles wird nach dem Prinzip ‹just in time› produziert und geliefert. Das war lange das Mantra unserer kosteneffizienten Wirtschaft, wo Lagerhaltung und langfristiges Denken aus der Mode gekommen sind. Dreht nun ein Rädchen in diesem System nicht mehr wie gewohnt, beginnt der Angebotsfluss zu stottern.»

veröffentlicht: 1. April 2022 07:28
aktualisiert: 1. April 2022 07:41
Quelle: ZüriToday

Anzeige
Anzeige
zueritoday@chmedia.ch