Zürich

Zürcher Müll wird neu von Aargauern entsorgt – 30 Personen verlieren Job

Güsel-Zoff an der Pfnüselküste

Zürcher Müll wird neu von Aargauern entsorgt – 30 Personen verlieren Job

02.01.2023, 21:09 Uhr
· Online seit 27.12.2022, 11:58 Uhr
Ab Januar wird ein neues Transportunternehmen für die Güselabfuhr im Bezirk Horgen zuständig sein. Für die lokalen Unternehmen, die den Auftrag bisher ausgeführt haben, hat dieser Entscheid fatale Folgen für die bisherigen Beauftragten.

Quelle: TeleZüri / Streit wegen Güselabfuhr in Horgen / Beitrag vom 29.12.2022

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Abfallkrieg an der Pfnüselküste: Statt wie bisher von lokalen Unternehmen, wird der Abfall im Bezirk Horgen neu von der Firma Obrist Transport + Recycling AG abgeholt. Das Unternehmen stammt aus Wettingen im Kanton Aargau.

Preisunterschied entscheidend

Verantwortlich für die Vergabe des Auftrages ist der Zweckverband Entsorgung Zimmerberg (EZI). Wie die «Zürichsee-Zeitung» berichtet, war der Preis für den Wechsel ausschlaggebend. Die ARGE Abfalltransporte Zimmerberg machten ein Angebot für 3’378’374 Franken. Das Angebot der Firma Obrist aus Wettingen war 816'000 Franken günstiger. Das Preisangebot selber bezieht sich auf alle im Bezirk Horgen ausgeschriebenen Leistungen pro Jahr.

Dieser Entscheid sorgt bei den bisherigen Auftragnehmern für rote Köpfe. Die Entscheidung, dass man den Auftrag für die nächsten drei Jahre an eine Aargauer Firma vergeben hat, sei «schwer zu verstehen», lässt sich Max Lenz zitieren. Der Transportunternehmer aus Richterswil war bisher gemeinsam mit anderen Unternehmen für das Abholen von Abfällen zuständig. Lenz sagt, dass das Aargauer Unternehmen den Arbeitsaufwand unterschätze. So sei auch der Preisunterschied entstanden.

Entscheid führt zu Entlassungen

Für die lokalen Unternehmen hat die Neuvergabe dramatische Konsequenzen. So schätzt Lenz, dass durch den Entscheid bis zu 30 Personen ihren Job verlieren werden. Zudem werden Firmen Fahrzeuge verkaufen müssen, für einige Unternehmen sei das Ausbleiben des Auftrages gar existenzbedrohend.

«Sind an Submissionsgesetz gebunden»

Beim EZI verteidigt man den Entscheid. «Als öffentlich-rechtlicher Betrieb sind wir an das Submissionsgesetz gebunden», erklärt Geschäftsführer Romano Wild gegenüber der Zeitung.

Zudem wird das Aargauer Unternehmen nicht in allen Gemeinden im Bezirk Horgen künftig das Sagen haben. In Thalwil und Wädenswil wird der Abfall auch im neuen Jahr vom gemeindeeigenen Sammeldienst abgeholt, «mit Unterstützung des neuen Transporteurs».

(oeb)

veröffentlicht: 27. Dezember 2022 11:58
aktualisiert: 2. Januar 2023 21:09
Quelle: ZüriToday

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