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Zürcher Kokain ist so stark wie nie, Ecstasy wird erstmals schwächer

Drug Checking

Zürcher Kokain ist so stark wie nie, Ecstasy wird erstmals schwächer

12.05.2023, 06:47 Uhr
· Online seit 11.05.2023, 11:02 Uhr
Das ambulante Drug Checking des Drogeninformationszentrums Zürich (DIZ) testete im Jahr 2022 insgesamt 3000 Substanzen. Diese Tests zeigen: Der Kokaingehalt ist im Allzeithoch, Ecstasy wird schwächer und halbsynthetische Cannabinoide etablieren sich.

Quelle: Drug Checking an der Street Parade 2016 / TeleZüri

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Das Interesse an den Diensten des DIZ steigt weiter an. Im Vergleich zum Vorjahr führte das Drug Checking an Partys und Festivals 500 Tests mehr durch. Konsumierende erhalten dadurch Informationen über beispielsweise den Reinheitsgrad oder Sicherheitsrisiken bei den abgegebenen Substanzen.

Kokain wird immer stärker

Einen Trend, den das DIZ feststellt, ist der steigende Kokaingehalt. Mit 83 Prozent erreichte dieser 2022 ein Allzeithoch. Die europaweite Entwicklung ist gemäss dem DIZ durch Rekordenten in den Anbauländern zu erklären. Mit dem Kokaingehalt steigt allerdings auch das Risiko einer Überdosis.

Ein Viertel aller Kokain-Proben war mit mindestens einem potenziell gesundheitsschädlichen Streckmittel versetzt. Dazu gehören etwa das Tier-Entwurmungsmittel Levamisol, das in jeder fünften Probe zu finden war. Levamisol führt zu einer Veränderung des Blutbildes, Immunschwäche, Kreislaufproblemen und Einschränkungen des Gedächtnisses.

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MDMA-Gehalt in Ecstasy erstmals rückläufig

Der durchschnittliche MDMA-Gehalt in Ecstasy-Pillen ist erstmals seit dem Start der Drogentests im DIZ gesunken. Er lag 2022 bei durchschnittlich 150,7 Milligramm pro Pille, im Vorjahr betrug der Wert noch 175,4 Milligramm. Bei rund drei Vierteln der MDMA-Pillen spricht das DIZ eine Warnung wegen einer zu hohen Dosierung oder potenziell schädlicher Inhaltsstoffe aus.

Ein neuer Trend sind halbsynthetische Cannabinoide wie HHC. Das Gesundheitsrisiko ist bei diesen Stoffen noch unbekannt. Das Vorkommen synthetischer Cannabinoide als Zugabe von CBD-Cannabis war in den letzten zwei Jahren rückläufig.

veröffentlicht: 11. Mai 2023 11:02
aktualisiert: 12. Mai 2023 06:47
Quelle: ZüriToday

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