Per Mail bedroht

Zürcher Gericht verurteilt Russen wegen Baerbock-Beschimpfung

25. November 2022, 10:28 Uhr
Das Bezirksgericht Zürich hat am Freitag einen 39-jährigen russisch-schweizerischen Doppelbürger zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte der deutschen Aussenministerin Annalena Baerbock per E-Mail geschrieben, dass «jemand sie zerstückeln solle».
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Das Gericht verurteilte den dreifach vorbestraften Langzeit-Studenten und IV-Rentner wegen Beschimpfung zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken.

Als Begründung, weshalb er die Grüne Politikerin beschimpfte, gab der Mann an, dass er sich von Baerbock in seiner Ehre verletzt gefühlt habe. Sie habe den russischen Staat verleumdet und als «korruptes System» verunglimpft, sagte er vor Gericht.

Auslöser für seine E-Mail im Oktober 2021 war, dass sich Baerbock, damals noch Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, gegen eine Betriebserlaubnis für die Pipeline Nord Stream 2 aussprach. Annalena Baerbock war damals noch Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, als sie die bedrohliche E-Mail erhielt. Die Politikerin schaltete die Staatsanwaltschaft in Deutschland ein.

Der Mail-Verfasser schrieb zwar anonym, dennoch wurde die Polizei fündig. Absender war ein gebürtiger Russe, der in Zürich lebt. Die Zürcher Staatsanwaltschaft verurteilte den Studenten daraufhin per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken. Diese 1800 Franken wollte er jedoch nicht bezahlen, weshalb es zum Prozess am Bezirksgericht Zürich kam.

(sda/oeb)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 25. November 2022 06:09
aktualisiert: 25. November 2022 10:28