Tod von Umesh und Omysha

Zoo Zürich erwägt eine Elefanten-Nachzucht

18. Juli 2022, 09:42 Uhr
Der Elefantenbestand im Zürcher Zoo ist durch den kürzlichen Tod zweier Tiere deutlich dezimiert worden. Statt acht leben heute nur noch sechs Asiatische Elefanten in der Anlage. Der Zoo überlegt sich nun, neuen Nachwuchs zu züchten.

Quelle: CH Media Video Unit / Silja Hänggi / 11. Juli 2022

Eine Elefantengruppe könne nur aus sich selber wachsen, sagte Zoo-Direktor Severin Dressen gegenüber dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF 1. «Elefanten aus anderen Zoos nach Zürich zu holen, ist kein Thema.»

Aktuell prüft der Zoo, ob Elefantenkuh Indi noch einmal Nachwuchs haben soll. Dazu laufen Absprachen mit dem Koordinator des Elefanten-Zuchtprogrammes.

Weiterer Nachwuchs war mit der 36-jährigen Indi eigentlich nicht geplant. Der Zucht-Fokus lag auf Indis achtjähriger Tochter Omysha, die jedoch wie auch ihr zwei Jahre alter Bruder Umesh an einer Herpesvirus-Infektion starb.

Quelle: ZüriToday / Robin Luijten / Zoo Zürich

Die Elefanten im Zoo Zürich leben in zwei Gruppen. Jene Gruppe, die nun um zwei Tiere dezimiert ist, spürt den Verlust stark. «Die andere Gruppe wird aber längerfristig nicht wahrnehmen, dass da jemand fehlt», sagte Dressen weiter.

Tödliches Herpes-Virus

Die beiden Elefanten Umesh und Omysha starben an der «Elephant Endotheliotropic Herpes Virus Haemorrhagic Disease» (EEHV-HD). Die Krankheit, verursacht durch ein Herpes-Virus, löst innere Blutungen und Organversagen aus.

Das weit verbreitete Elefanten-Herpesvirus ist an sich unscheinbar und nicht akut gefährlich. Wenn es sich aber stark im Körper vermehrt, kann es die Krankheit EEHV auslösen. Diese führt vor allem bei jungen Elefanten häufig zum Tod, wenn deren Schutz durch Antikörper der Mutter nachlässt und sie noch keine eigenen gebildet haben.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Weitere akute Herpes-Fälle gibt es in der Zürcher Herde derzeit nicht. Vorletzte Woche hatten zwar auch andere Elefanten eine erhöhte Virenlast im Körper. Diese sei aber noch im Toleranzbereich gewesen und eine Behandlung deshalb nicht notwendig.

Quelle: ZüriToday / Robin Luijten / Zoo Zürich

Am gefährdetsten ist nun die fünfjährige Ruwani, da die Krankheit vor allem bei jungen Elefanten ausbricht. Sie wird weiterhin in einem regelmässigen Monitoring auf ihre Virenaktivität getestet.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. Juli 2022 09:42
aktualisiert: 18. Juli 2022 09:42
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