Zürich

«Wir sind überglücklich» – Zürcherin Fay (15) hat eine Lehrstelle

Über 100 Bewerbungen

«Wir sind überglücklich» – Zürcherin Fay (15) hat eine Lehrstelle

12.04.2023, 12:25 Uhr
· Online seit 11.04.2023, 18:54 Uhr
Zehn Monate lang schrieb sie fast jeden Tag eine Bewerbung. Nach grossem Chrampf, etlichen Absagen und einem viralen Linkedin-Post, können Fay van Rijn und ihr Vater nun einen Erfolg melden. So kam die 15-Jährige zur ersehnten Lehrstelle.
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Die Geschichte von Fay bewegte die ZüriToday-Community: In einem verzweifelten Aufruf auf Linkedin schrieb ihr Vater im Februar, dass seine 15-jährige Tochter einfach keine Lehrstelle finde. 80 Bewerbungen hat sie geschrieben – 80 Absagen erhalten. In acht Monaten wurde sie nur zweimal zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Ihre Zwillingsschwester Mia hatte derweil schon eine Lehrstelle. Der Linkedin-Post ging viral und in den Kommentaren schrieben zahlreiche Lehrbetriebe, Fay soll sich bei ihnen bewerben.

«Wir geben auf», schrieb Vater Milko van Rijn damals im Beitrag. Doch die Geschichte hat nun ein Happy End: Fay hat eine Lehrstelle!

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Sie sei «überglücklich, im Sommer ihre Traum-KV-Lehrstelle bei Maagtechnic AG in Dübendorf antreten zu dürfen», schreibt der Vater in einem neuen Linkedin-Beitrag. Im Gespräch mit ZüriToday ergänzt er: «Wir sind alle froh und erleichtert. Fay freut sich sehr, dass sie jetzt eine Lehrstelle hat.» Was ist seit dem Post im Februar passiert?

Der Linkedin-Post hat zur Maagtechnic AG geführt

«Es kamen über 2000 Nachrichten und Kommentare – wir waren völlig überfordert und auch überrascht», beschreibt er die Reaktionen auf seinen viralen Post. Die 15-jährige Sekschülerin habe sich dank Inputs und Kontakten aus der Community bei drei Betrieben persönlich vorstellen dürfen.

Ein Vorstellungsangebot kam von der Maagtechnic AG. Der Betrieb schaute sich die Bewerbung von Fay an und sie durfte sich vorstellen und in der Dübendorfer Firma einen Schnuppertag absolvieren.

Auf Linkedin postete der Vater die frohe Botschaft:

«Wenige Tage nach dem Schnuppern hat der Betrieb Fay angerufen, als sie gerade in der Schule war, und ihr die Lehrstelle angeboten», sagt der stolze Vater. Als sie am Mittag nach Hause kam, habe sie gesagt: «Ich habe eine Lehrstelle!»

Die Zwillingsschwestern feierten mit «Mc Donald's»

Auch beim alleinerziehenden Vater fiel ein riesiger Stein vom Herzen. «Ich fing fast an, zu weinen», sagt er. Gefeiert hätten sie den Erfolg auch: «Fay und Mia durften sich Essen vom Mc Donald's holen, was sonst eigentlich nicht so unser Stil ist.»

Beim Dübendorfer Betrieb habe sich Fay sehr wohlgefühlt. «Es ist eine super Firma und Fay hat von lieben Mitstiften berichtet», sagt der Vater. «Es ist mir wichtig, dass sie gut aufgehoben ist und sich wohlfühlt», ergänzt er.

«Fay geniesst jetzt ihre Freiheit»

Wie geht es Fay jetzt, wo sie die Lehrstelle hat? «Sie ist fast nicht mehr zuhause», sagt der Vater und lacht. «Sie ist jetzt oft unterwegs und geniesst ihre Freiheit.»

Die hat sie sich auch verdient. Über zehn Monate lang habe sie zeitweise fast täglich eine Bewerbung geschrieben, erklärt der Vater die Odyssee. «Total waren es über 100». Es sei als Teenager nicht einfach, die Motivation so lange aufrecht zu halten, sagt van Rijn. «Vor allem, wenn man fast ein Jahr lang nur Absagen bekommt.»

Zwillingsschwestern bleiben nahe beieinander

Nun haben die Zwillingsschwestern beide eine Lehrstelle. Das Beste daran? «Sie arbeiten nur 2,5 Kilometer voneinander entfernt. Und was befindet sich in der Mitte der Arbeitsorte? «Das Glattzentrum. Jetzt können Fay und Mia zusammen in den Mc Donald's essen gehen.»

Sie besuchen auch die gleiche Berufsschule. «Fünfzehn Jahre haben sie sich täglich gesehen. Und das wird auch weiterhin fast der Fall sein», sagt van Rijn.

«Wir bedanken uns bei allen, die sich für Fay eingesetzt haben»

Was steht noch an bis zum Lehrbeginn? Fay und Mia müssten sich jetzt mental auf den Lehrbeginn vorbereiten, sagt ihr Vater. Wichtig sei auch ein anderer Punkt: die Garderobe. «Die Teenies laufen nur in Hoodies und Trainerhose herum, das geht beim Schaffen nicht», sagt van Rijn und lacht dabei. «Wir müssen neue Kleider kaufen.»

Am Schluss des Gesprächs fügt Milko van Rijn noch an: «Wir wollen uns bedanken, bei all den Menschen, die sich für Fay eingesetzt haben. Unglaublich, was für eine Energie hier freigesetzt wurde.» Er fügt hinzu: "Wir hatten Glück. Über zehn Prozent finden keine Lehrstelle – und dass, während gleichzeitig Tausende Lehrstellen unbesetzt bleiben...»

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veröffentlicht: 11. April 2023 18:54
aktualisiert: 12. April 2023 12:25
Quelle: ZüriToday

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