Zürich

Winterthurer Psychiatriepfleger wegen Bomben-Erpressung verurteilt

Urteil

Winterthurer Psychiatriepfleger wegen Bomben-Erpressung verurteilt

· Online seit 24.04.2023, 08:31 Uhr
Ein 53-jähriger Deutscher mit Burnout erpresste eine Drogeriekette durch Bombendrohungen. Er forderte rund 500'000 Euro, um sich das Leben bis zur Pensionierung zu finanzieren. Dieses Geld muss er nun zurückzahlen. Er wurde verurteilt.

Quelle: TeleZüri-Beitrag vom 29. Juli 2022

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Ein 53-jähriger Deutscher, der seit rund zehn Jahren in Stadel wohnt, wurde letzten August in Deutschland verhaftet. Jetzt stand der Mann in Karlsruhe vor Gericht. Ihm wird Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und schwere räuberische Erpressung vorgeworfen. Der Grund: Nach einer Explosion in Freiburg forderte er vom Drogeriemarkt dm rund 500’000 Euro in Krypto-Währung, und drohte, noch weitere Filialen zu gefährden.

Gleich zu Beginn der Verhandlung legte der Angeklagte ein Geständnis ab, wie deutsche Medien berichten. Vergangene Woche wurde er zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er muss zudem der dm-Drogerie Markt GmbH rund 576’000 Euro plus Zinsen, sowie 6500 Euro Anwaltskosten zurückzahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtsgültig, wie der «Landbote» berichtet.

Zehn Jahre ohne Arbeit überstehen

Der gebürtige Deutsche arbeitete im Sommer 2019 als Nachtpfleger in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Schweiz. Er hatte immer wieder Burnouts und wollte die Zeit bis zur Pensionierung überbrücken. «Ich habe ausgerechnet, dass 250’000 Euro reichen würden, um zehn Jahre ohne Arbeit zu überstehen», gab er vor Gericht zu Protokoll.

Was war geschehen? Am 3. September 2019 knallte es in einer Drogerie in Freiburg in Süddeutschland. Durch die Explosion wurde ein Teil des Ladens verwüstet. Der Schade belief sich auf 20’000 Euro. Verletzt wurde dabei niemand.

«Ich habe es schon immer gern knallen lassen»

Einige Monate darauf hiess es, der Täter von Freiburg halte sich wohl in der Schweiz auf. Im Juli 2022 führten die Spuren nach langer Ermittlung in ein Haus in Stadel.

Finanzermittler der Polizei in Freiburg und Karlsruhe verfolgten mithilfe eines Krypto-Experten eine lange Kette von Transaktionen, die sie nach fast drei Jahren schliesslich zum 53-Jährigen führte. Dieser genoss sein neues Leben in vollen Zügen mit allerlei Luxusgütern.

Bei der Hausdurchsuchung in Winterthur wurden mehrere explosive Stoffe und Schusswaffen sichergestellt. Der Mann sei Waffensammler und Mitglied in einem Schützenverein, so der «Landbote». «Ich war schon immer ein bisschen pyroman und habe es gern knallen lassen», sagte er vor Gericht.

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(nib)

veröffentlicht: 24. April 2023 08:31
aktualisiert: 24. April 2023 08:31
Quelle: ZüriToday

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