Laubbläser gewinnen

In Winterthur gibts kein «Comeback des Laubrechens»

Maarit Hapuoja, 6. Dezember 2022, 10:59 Uhr
Der mehrjährige Kampf gegen die Bläser ist vorbei. Sie dürfen in Winterthur weiterhin genutzt werden. Damit scheitern Mitte-links-Parlamentarier mit ihrem Verbotsversuch.
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Das Stadtparlament Winterthur musste am Montag zur Kenntnis nehmen, dass es nicht ohne Laubbläser geht. Grüne, SP, GLP, EVP und Mitte scheiterten im Kampf gegen die Bläser. Weil ohne die Geräte jedes Jahr zusätzliche Kosten von mehr als zwei Milionen Franken entstehen würden, hat die Mehrheit des Parlaments gegen den Laubrecher und für den Laubbläser entschieden.

Knapp drei Jahre Laubstreit

Schon im Februar 2020 reichten diverse Parlamentarierinnen und Parlamentarier mit insgesamt 37 Mitunterzeichnenden das Postulat «Comeback des Laubrechens» ein. Laubbläser seien zu lärmig, produzierten zu viel CO2-Ausstoss und schädigten die Biodiversität. Zudem schädige das Aufwirbeln von Feinstaub, Schimmel und Viren die Gesundheit der Menschen in der Umgebung. Die Forderung: Winterthur solle künftig auf Laubbläser verzichten oder wenigstens auf elektrisch betriebene Bläser umsteigen.

Im Juni 2021 kam dann die Antwort des Stadtrats. Optimierungen seien bereits vorgenommen worden und ein «Laubmanagement» von Stadtgrün Winterthur werde laufend aktualisiert. Auf Laubbläser werde verzichtet, wann immer dies möglich sei. Anstelle dieser wird die Arbeit von Hand mit Rechen, Besen oder Mähern erfüllt.

Laubrechen nehme doppelt so viel Arbeitszeit in Anspruch wie Laubentfernung mit Gebläse. Zudem beschädige das Laubrechen Kiesbeläge. Benzinbläser kämen nur dann zum Einsatz, wenn Elektrogeräte nicht effizient genug seien, so zum Beispiel bei Nässe oder grossem Laubanfall.

Drei Szenarien vorgestellt

Ein Totalverzicht auf Laubbläser mit Mehrkosten von über zwei Millionen war ein erstes von drei Szenarien, das der Stadtrat präsentierte. Der massive Mehraufwand beim Personal würde die Kosten in diesem Fall so stark anheben.

Das zweite Szenario umfasste einen kompletten Umstieg auf Elektrobläser. Zusätzliche Kosten würden hierbei 400’000 Franken pro Jahr ausmachen. Die Elektrogeräte würden Kies beschädigen und bei Nässe oder Schnee nicht ausreichen. Die dritte Variante: Gebläse werden weiterhin eingesetzt.

Nun, fast eineinhalb Jahre nach der Antwort des Stadtrats, kam der Bericht vors Parlament. Dieses nahm die Antwort zustimmend zur Kenntnis, die Linken dürften wohl trotzdem etwas enttäuscht sein.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 6. Dezember 2022 12:29
aktualisiert: 6. Dezember 2022 12:29