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Winterthur

Bundesstrafgericht verurteilt IS-Anhänger aus Schaffhausen

28 Monate Freiheitsstrafe

Bundesstrafgericht verurteilt IS-Anhänger aus Schaffhausen

30.05.2023, 11:50 Uhr
· Online seit 30.05.2023, 11:50 Uhr
Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat am Dienstag einen IS-Anhänger aus dem Winterthurer Salafisten-Kreis zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 28 Monaten verurteilt. Für den in Schaffhausen geborenen Türken wurde keine Landesverweisung angeordnet.

Quelle: Kenner sind überzeugt, dass die Moschee An’Nur mit der Radikalisierung in Winterthur zu tun hat / TeleZüri / 17.11.2015

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Von den 28 Monaten hat die Strafkammer sieben Monate unbedingt ausgesprochen. Zudem hat sie eine bedingte Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 130 Franken verhängt.

Der heute 26-Jährige hat sich laut Bundesstrafgericht der mehrfachen Widerhandlung gegen das IS-Gesetz und des mehrfachen Besitzes und der mehrfachen Herstellung von Gewaltdarstellungen schuldig gemacht.

Kontakte im Winterthurer Salafistenkreis

Die Bundesanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von 48 Monaten für den in Schaffhausen geborgenen Türken. Dies, wegen mehrfachen Widerhandlungen gegen das IS-Gesetz und wegen Gewaltdarstellungen gefordert. Sie beantragte zudem eine Landesverweisung von zehn Jahren.

Der Angeklagte verkehrte laut BA im Winterthurer Salafistenkreis. Unter anderem hatte er Kontakt zu jenem jungen Mann, der im Jahr 2014 als Minderjähriger mit seiner Schwester nach Syrien reiste und nach seiner Rückkehr in die Schweiz zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Unterdessen ist eine weitere Anklage gegen den mittlerweile 26-Jährigen hängig.

Verteidigung beantragte 22 Monate

Die Bundesanwaltschaft (BA) wirft dem in Schaffhausen wohnhaften Türken zudem vor, Propagandamaterial für die Terrormiliz Islamischer Staat hergestellt und verbreitet zu haben. Ausserdem soll er über die Crowdfunding-Website Gofundme Spenden für die Befreiung von gefangenen IS-Mitgliedern gesammelt haben.

Die dem Angeklagten vorgeworfenen Taten fallen in die Zeit vom Mai bis Ende Oktober 2019. Der Verteidiger beantragte eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten. Aufgrund der günstigen Prognose sei diese bedingt auszusprechen.

veröffentlicht: 30. Mai 2023 11:50
aktualisiert: 30. Mai 2023 11:50
Quelle: Today-Zentralredaktion

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