Zürich

Tiana Angelina Moser wird als «Teilzeit-Zürcherin» kritisiert

Ständeratskandidatin

Tiana Angelina Moser wird als «Teilzeit-Zürcherin» kritisiert

· Online seit 10.11.2023, 09:40 Uhr
Demnächst wählen die Zürcherinnen und Zürcher Tiana Angelina Moser oder Gregor Rutz in den Ständerat. Anonyme Stimmen werfen der GLP-Nationalrätin vor, nur eine halbe Zürcherin zu sein. Grund dafür sind ihre beiden Wohnorte.

Quelle: Tiana Moser (GLP) und Gregor Rutz (SVP) duellieren sich vor dem zweiten Wahlgang im «TalkTäglich» / TeleZüri / 25.10.2023

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Im Schweizer Parlament haben sich Tiana Angelina Moser und Matthias Aebischer kennen und lieben gelernt. Inzwischen managen sie in Bern und Zürich eine Patchworkfamilie mit insgesamt sieben Kindern, darunter einer gemeinsamen Tochter.

Gegnerinnen und Gegner der Zürcher GLP-Ständeratskandidatin sehen Moser deshalb nur als «Teilzeit-Zürcherin. Bei ihr stehe Zürich drauf, aber stecke Bern drin, zitiert der «Tages-Anzeiger» anonyme Stimmen aus der «Weltwoche». «Der Wirtschaftskanton braucht jedoch keine Teilzeit-Zürcherin, sondern einen Vollzeit-Ständerat», schreibt das Blatt. In den Augen der «Weltwoche» ist SVP-Nationalrat Gregor Rutz, Mosers Gegner, deshalb der einzig wählbare Kandidat.

Empörung in Witikon

Die Ständeratskandidatin bezahlt ihre Steuern in Zürich, Matthias Aebischer in Bern. Rund zwölf Wochen im Jahr, während der Session, wohnt Moser vor allem in Bern. Ansonsten verbringt sie abgesehen von Montag und Dienstagmorgen die restliche Zeit in Zürich, wo ihre drei 12- bis 14-jährigen Söhne zur Schule gehen. Zwei von ihnen spielen zudem bei den Junioren im FC Witikon.

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Der Vorwurf der halben Zürcherin löst in Witikon Unmut aus. Sie habe sich fürchterlich genervt, sagt eine Quartierbewohnerin Olivia Knutti zum «Tages-Anzeiger». Die Mutter hat zwei Söhne, die mit Mosers Söhnen befreundet sind. «Ich kenne wenig Mütter, die so präsent sind wie Tiana Moser.» Die Nationalrätin sei am Samstag und Sonntag häufig am Rand des Fussballplatzes anzutreffen. Auch an Elternabenden nehme sie teil. Moser sei ein Organisationstalent: «Man hat das Gefühl, ihr Tag hat mehr als 24 Stunden.»

Quelle: SommerTalk, Sendung vom 11. Juli 2022

Vergleich mit Fall Martullo-Blocher

Weitere Personen in Mosers Umfeld in Witikon haben einen ähnlichen Eindruck von Moser. Auch Quartiervereinspräsident Balz Bürgisser hat nur lobende Worte übrig. Zuletzt sah er sie Mitte September am «Dorfmärt». Positiv in Erinnerung bleibt ihm auch die 1.-August-Rede, die Moser vor ein paar Jahren in Witikon gehalten hat.

Auch Mitte-Präsident Gerhard Pfister verteidigt die GLP-Nationalrätin. Er vergleicht den Fall mit der Bündner SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher. «Wenn die Bündner Frau Martullo absolut zu Recht wählen können, obwohl sie ihren Wohnsitz im Kanton ZH hat, dürfen die Zürcher noch lange Frau Moser wählen, die ab und zu in Bern übernachtet. Nennt sich Liberalismus at its best», schrieb er auf X, vormals Twitter.

Am 19. November entscheiden die Zürcherinnen und Zürcher, ob Gregor Rutz oder Tiana Angelina Moser das Rennen um den Ständeratssitz macht.

(bza)

veröffentlicht: 10. November 2023 09:40
aktualisiert: 10. November 2023 09:40
Quelle: ZüriToday

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