Street Parade 2022

Wie grün ist die Mega-Techno-Party?

Lea Hilff, 12. August 2022, 10:52 Uhr
Sie ist laut, wild und bunt. Aber auch dreckig. Wie gut schlägt sich die Street Parade in Sachen Nachhaltigkeit? Und wer räumt nach der Party auf? Wir zeigen das Nachhaltigkeits- und Putzkonzept der Mega-Party auf.

Techno-Beats, Love Mobiles, Party, Party und nochmal Party – all das gehört seit eh und je zur Street Parade. Zwei Tage lang lassen fast eine Million Besucher und Besucherinnen die «Sau raus».

Doch geht da die Umwelt vergessen?

Abfall:

Die Techno-Party hinterlässt grosse Müllberge. An den letzten Street Parades blieben jeweils rund 100 Tonnen Abfall liegen. Und der muss nach der Mega-Party wieder weg. Von der städtischen Dienstabteilung Entsorgung und Recycling (ERZ) ist eine 140-köpfige Putz-Equipe dieses Wochenende im Einsatz. Dazu kommen 70 Fahrzeuge. Sie sind allein für die Säuberung ausserhalb der Umzugsroute zuständig. Rund um das Festgelände stehen dieses Jahr neu solche Abfallsysteme:

Neues Entsorgungs-System
© ERZ

Denn seit Anfang Jahr schreibt die Stadt Zürich vor, dass an jeder Grossveranstaltung der Abfall getrennt werden muss. Das ist auf dem Festgelände der Street Parade schon lange gang und gäbe. «Wir trennen den Abfall schon seit rund zehn Jahren», so Stefan Epli, Mediensprecher der Street Parade. Das OK der Street Parade ist fürs Putzen der Umzugsroute zuständig.

Auch bei den Food-Ständen gelten strenge Nachhaltigkeitsregeln: «Plastikbesteck ist verboten. Alle Getränke und Essenswaren müssen in 100 Prozent recyclebarem PET oder Aluminium verpackt sein», so Epli. Dazu kommt, dass alle Speiseabfälle gesammelt, in einer Biogasanlage verarbeitet werden und dann zurück ins Gasnetz der Stadt Zürich gelangen.

Dieses Jahr stellt das OK zudem 100 zusätzliche Toiletten in der Zürcher Altstadt auf. Damit sollen die Bewohner und Bewohnerinnen von den unangenehmen Gerüchen geschützt werden.

Solche entstehen auch, wenn es jemand nicht rechtzeitig aufs «Stille Örtchen» schafft oder sich fürs Wildpinkeln entscheidet. Bei solchen Fällen setzt die Putzequipe einen Duftspray ein mit Zitronenaroma. Der soll die unangenehmen Düfte neutralisieren, bis der nächste Regen kommt.

Luft:

Die sogenannten «Love Mobiles» gehören zur Hauptattraktion der Street Parade. Aus ihnen dröhnen die Techno-Beats und leider verpuffen sie auch ganz schön viel CO2. Durch eine Partnerschaft mit «Myclimate» wird dieses aber kompensiert, erklärt Epli. Wären da «E-Love-Mobiles» nicht eine bessere Lösung?

«Eine Utopie ist es nicht», sagt Epli. Denn 2019 war ein Fahrzeug rein elektrisch unterwegs. Dieses Jahr ist dies nicht der Fall. «Wir hoffen aber, in Zukunft mehr Mobiles zu haben, die elektrisch oder mit Wasserstoff betrieben sind.»

Wasser:

«Der Abfall im Wasser ist eine Herausforderung», so Daniel Eberhard, Mediensprecher von ERZ. Am Montag findet der Clean-Lake Event statt. ERZ und der Stand Up Paddle Club Zürich, zusammen mit freiwilligen, paddeln mit den Boards auf den See und sammeln den schwimmenden Abfall ein. Hartnäckiger ist alles, was nicht schwimmt. Um das aus dem See zu fischen, finden Ende August und im September verschiedene «Zürisee-Putztage» statt. Freiwillige Taucher holen dabei den Müll aus dem See.

Was bringt die Zukunft?

«Ein grosses Thema ist der Strom», so Epli. Man wolle in den nächsten Jahren nur Sonnenenergie für die Bühnen benutzen. Dies wäre bereits dieses Jahr geplant gewesen. Doch da die Durchführung der Street Parade erst sehr spät bewilligt wurde, war es für ein neues Strom-Konzept zu kurzfristig.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 12. August 2022 16:32
aktualisiert: 12. August 2022 16:32
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