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Zürcher Obergericht senkt wegen Geständnis Strafe für Pädophilen

Kriminalität

Zürcher Obergericht senkt wegen Geständnis Strafe für Pädophilen

05.06.2023, 15:49 Uhr
· Online seit 05.06.2023, 15:07 Uhr
Ein 33-jähriger Schweizer mit pädophilen Neigungen ist vom Zürcher Obergericht zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Er gab zu, eine Frau auf den Philippinen per Skype dazu angeleitet zu haben, ein dreijähriges Mädchen zu missbrauchen.
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Von den viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe sass der Mann bereits 200 Tage in Untersuchungshaft ab. Das Obergericht verurteilte ihn zusätzlich zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu 20 Franken, bei einer Probezeit von zwei Jahren. ZüriToday berichtete.

Wie aus dem Urteil hervorgeht, wurde der 33-Jährige wegen Anstiftung zur Schändung und Anstiftung zu sexuellen Handlungen mit Kindern verurteilt. Vergangene Woche hatte er beim Prozess vor Obergericht überraschend gestanden, die Tat begangen zu haben.

170 Dollar für Live-Missbrauch einer Dreijährigen

Bisher hatte er die Vorwürfe immer abgestritten. Das sei «ein Rollenspiel» gewesen, mit volljährigen Darstellerinnen, betonte er in allen Befragungen. Eines der beiden Cam-Girls sei zwar von «zarter Statur» und rasiert gewesen, aber sicher nicht minderjährig.

Sein Geständnis führte nun zu einer milderen Strafe. Das Bezirksgericht hatte ihn im Jahr 2019 noch zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Vom bestellten «Live-Missbrauch» hat die Zürcher Staatsanwaltschaft zwar keine Beweisbilder. Sie konnte dafür die Skype-Chats sichern, in denen der Schweizer während mehrerer Tage mit einer Filippina über die Art der «Show» und den Preis feilschte. Man einigte sich schliesslich auf 170 US-Dollar.

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Auch die detaillierten Anweisungen, welche der Schweizer per Skype-Chat gab, liegen vor. Auf seine schriftlichen Instruktionen hin missbrauchte die Filippina schliesslich das dreijährige Mädchen. Die Identität der Frau und des Kindes konnten nicht geklärt werden.

«Ein Gefühl von Dominanz und Macht»

Auslöser für das Bestellen eines «Live-Missbrauchs» waren gemäss dem Beschuldigten seine schweren psychischen Probleme, die unter anderem zu chronischen Schmerzen führten. Sein Anwalt erklärte, dass der Beschuldigte seine depressiven Gefühle so für kurze Zeit reduzieren konnte. «Es gab ihm ein Gefühl von Dominanz und Macht.»

Ans Licht kam die Tat, weil die Bundespolizei den Zürcher Behörden einen Hinweis gab und diese schliesslich den Computer des Mannes durchsuchten. Neben den Skype-Chats fand die Polizei dort weiteres kinderpornografisches Material sowie Aufnahmen mit Tieren.

(sda/nib)

veröffentlicht: 5. Juni 2023 15:07
aktualisiert: 5. Juni 2023 15:49
Quelle: ZüriToday

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