Fake-Flyer auf Twitter

SVP-Politikerin prüft Anzeige gegen Critical Mass Zürich

Maarit Hapuoja, 30. August 2022, 13:13 Uhr
Camille Lothe postete einen angeblichen Flyer der Critical Mass Zürich auf Twitter. Schnell kam bei Usern der Verdacht auf, es könnte sich um einen Fake handeln. Auf der Instagram-Fanpage von Critical Mass Zürich folgte eine Reaktion - gemäss Lothe mit «Unfreundlichkeiten». Nun will die SVP-Politikerin eine Anzeige prüfen.

Camille Lothe twitterte am Montag, die «Critical Mass Zürich» heisse jetzt «Velo Mob Zürich» – wegen kultureller Aneignung würde man von nun an auf den ursprünglichen Namen verzichten. Mit dem Tweet postete die Präsidentin der SVP Stadt Zürich und der JSVP Kanton Zürich ein Foto eines Critical-Mass-Flyers.

«Ich vermutete eine Fälschung»

Daraufhin reagierten einige Twitter-User kritisch. «Das ist garantiert ein Fake», «Wutbürger approaching» oder «ich glaube, die machen nicht so komische Grammatikfehler», hiess es in den Kommentaren.

Gegenüber ZüriToday behauptete Lothe, sie habe den Flyer am Donnerstag an ihrer Vespa befestigt gefunden. «Ich war überrascht und vermutete eine Fälschung. Um der Angelegenheit auf den Grund zu gehen, postete ich den Flyer auf Twitter und fragte in den Kommentaren nach Informationen». Wer den Flyer erstellt habe, wisse sie nicht.

Klare Worte seitens Critical-Mass-Fans

Einige Stunden nach Lothes Tweet, folgte ein Instagram-Post auf der Fanpage von Critical Mass Zürich: «Auf Twitter wird gerade dieser offensichtliche Fake-Flyer von der reaktionären Hetzerin Camille Lothe rumgereicht. Dass die SVP-Stadt-Zürich- und JSVP-Kanton-Zürich-Präsidentin dies ohne Quellenangabe postet, überrascht wenig, denn durch Medienkompetenz oder simple Standards bezüglich der Kennzeichnung von Satire zeichneten sich die Exponent:innen der SVP noch nie aus.»

Auf diese Reaktion hin twitterte Lothe: «Danke an Critical Mass Zürich für die Bestätigung. Der Flyer ist ein Fake.» Weiter meinte die SVP-Politikerin, die Critical Mass Zürich könne beim nächsten Mal gerne auf die «Unfreundlichkeiten» verzichten.

Anzeige wird geprüft

Dann ging die Post bei Twitter erneut ab. «Naja von dieser Organisation Freundlichkeit zu erwarten ist leider illusorisch», kommentierte der Präsident der Jungfreisinnigen Sektion ZH Unterland Fabian Grau. Ein anderer User sieht es ähnlich: «Auch nicht gerade freundlich mit einer Fälschung Unwahrheiten zu verbreiten... vermutlich hat es für ein Schänkelchlopfer gereicht bei ihren Staukollegen.»

Zur Reaktion von Critical Mass auf Instagram meint Lothe zu ZüriToday: «Es erstaunt mich nicht, dass man mit dieser Gruppierung nicht anständig diskutieren kann. Man findet nur Aggressivität und keinen politischen Diskurs.» Camille Lothe will nun sogar eine Anzeige prüfen.

«Kulturelle Aneignung ist aktuell ein Thema, aber das hätte ich nicht im Zusammenhang mit der Critical Mass gesehen», fügt Lothe an.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 30. August 2022 13:14
aktualisiert: 30. August 2022 13:14
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