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Stadionmanager: «Letzigrund ist nicht für diese Kadenz ausgelegt»

Volle FCZ-Heimspiele

Stadionmanager: «Letzigrund ist nicht für diese Kadenz ausgelegt»

· Online seit 10.03.2022, 18:12 Uhr
Der Ansturm auf die FCZ-Heimspiele bringt die Letzigrund-Betreiber an logistische Grenzen. So verpassten beim Klassiker einige Zuschauer den Anpfiff und erhielten ihr Bier erst nach langer Wartezeit. Dies soll sich in den nächsten Spielen aber ändern.
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Die Uhr auf dem Bildschirm im Letzigrund zeigt 16:17 Uhr an. In wenigen Minuten steigt der Klassiker zwischen dem FCZ und Basel. Die Spieler stehen in Reih und Glied in den Katakomben bereit. Im ausverkauften Letzigrund sind aber noch einige rote Stühle zu sehen. Offenbar sind noch nicht alle Zuschauer im Stadion eingetroffen.

Einlass braucht seine Zeit

«Die Drehkreuz-Bewegungen haben gezeigt, dass viele Zuschauer in der letzten Viertelstunde vor Spielbeginn ins Stadion wollten. Für so viele Menschen in so kurzer Zeit ist das Letzigrund nicht ausgelegt», so Stadion Manager Peter Landolt gegenüber ZüriToday. Es sei wie bei einem Flugzeug. Der Einlass brauche seine Zeit. Beim Klassiker vor knapp drei Wochen wollten über 5000 Fans gleichzeitig ins Stadion. «Das ist unmöglich. Deshalb haben dann leider auch einige den Anpfiff verpasst.»

Eine Halbzeit später dann bereits das nächste Problem: In der Pause wollten viele Zuschauer und Zuschauerinnen gleichzeitig zu ihrem Letziburger und dem Bier kommen. «Aufstehen, pinkeln, anstehen, Bier abholen. Für über 20'000 Personen reichen da 15 Minuten schlicht nicht aus.» Um alle in der Pause zu bedienen, habe es zu wenig Catering-Stände im Letzigrund. Könnte man aber nicht einfach zusätzliche Stände aufstellen? «Nicht so einfach», meint Landolt. «Wegen den nötigen Fluchtwegen, können wir nicht einfach alles verbauen.»

«Fans müssen früher ins Stadion kommen»

Als Lösung sieht Peter Landolt die Kommunikation von Seiten der Vereine. «Man muss die Fans auffordern, genug früh ins Stadion zu kommen und das Bier zu Randzeiten zu holen.» So würde sich die Masse etwas besser verteilen. Es seien aber auch von Seiten des Stadion-Managements Massnahmen geplant. "Wir holen alte Drehkreuze aus den Schränken, damit es mehr Eingänge gibt und ergänze das WC- und Catering-Angebot mit zusätzlichen mobilen Wagen.

Zudem soll bei FCZ-Heimspielen bald auch der Sektor B neben den Gästefans für FCZ-Fans geöffnet sein. Dafür müssen aber noch einige Vorkehrungen getroffen werden. «Wir müssen die Sektoren im hinteren Bereich mit Gittern und Blachen voneinander trennen. Zudem brauche es zusätzliche mobile Toiletten.» Um die Konfrontation der beiden Fanlager zu verhindern, habe man gegen Basel darauf verzichtet.

Zuschauerzahlen schwierig abzuschätzen

Generell waren die Betreiber des Letzigrunds vom grossen Fan-Aufmarsch beim Klassiker überrumpelt. «Wir wussten zwei Wochen vorher noch nicht, dass gegen Basel über 20'000 Fans kommen würden.» Es sei generell schwierig abzuschätzen, wie viel Zuschauer und Zuschauerinnen erwartet werden. Da gibt es einige Unbekannte. «Wir wissen jeweils nicht wie viel Saisonkartenbesitzer wirklich kommen und wie viele Tickets an den Tageskassen verkauft werden.» Das erschwere laut Peter Landolt die Planung zusätzlich.

Nach dem ausverkauften FCZ-Spiel standen zwei GC-Heimspiele auf dem Programm. Die waren relativ spärlich besucht. «Der Personal- und Materialaufwand unterscheidet sich dann von Spiel zu Spiel extrem.» So müssen die Betreiber und Vereine von Event zu Event unterschiedlich viel Personal aufbieten. Nach Corona sei es sowieso relativ schwierig genügend Mitarbeitende für solche Events zu finden.

«Wir sind auch positiv überrumpelt»

Peter Landolt ist aber froh, dass Events wieder durchgeführt werden können. Auch über den Erfolg des FCZ kann sich der Stadion-Manager freuen. «Wir sind natürlich auch positiv überrumpelt. Der Fan-Andrang ist wunderschön für uns.» Bereits am Samstag steht das nächste FCZ-Heimspiel an. Dann soll jeder einzelne Fan rechtzeitig zum Anpfiff um 18:00 Uhr im Letzigrund im Stadion sein.

veröffentlicht: 10. März 2022 18:12
aktualisiert: 10. März 2022 18:12
Quelle: ZüriToday

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