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Skateboarder ärgern sich über Metallstopper in Zürich Albisrieden

Zürich Albisrieden

«Ultra assi» – Skateboarder ärgern sich über Metallstopper

04.02.2022, 23:06 Uhr
· Online seit 04.02.2022, 17:17 Uhr
Auf einer Mauer in Albisrieden sind zahlreiche Metallknubbel montiert. Diese zielen auf Skateboarderinnen und Skateboarder ab. In der Szene sorgt die neue Barrikade für Ärger.
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Ein seltsamer Anblick eröffnet sich Fussgängern in Albisrieden. Entlang einer langen Mauer prangen dutzende silberglänzende Metallnoppen. Gleich neben der Haltestelle Siemens spriessen die pilzartigen Objekte in Reih und Glied. Am Donnerstag wurden die Noppen montiert und sorgen seitdem bei vielen für Verwunderung.

In der Skaterszene kennt man die Knubbel gut. «Ganz klar, das sind Grind-Stoppers», erklärt ein Skateboarder. Sie sollen das Befahren auf Mauern, Bänken und Geländern verhindern und werden überall montiert, wo sich Skateboarder aufhalten. Oder besser gesagt: Wo Skateboarder unerwünscht sind.

«Skateboarding is not a crime!»

Auf Twitter reagieren viele User erbost auf die Montage der Stopper: «Die Poller sind ja eine krasse Frechheit!», «Ultra assi», «die Probleme des Auftraggebers möchte ich auch nicht haben», lauten einige der Nachrichten. So fliessen die Meinungen hauptsächlich in eine Richtung: Gegen den Urheber der Barrikade. Ein irritierter Nutzer verkündet sogar «Skateboarding is not a crime!»

Wer hinter der Skate-Blockade steckt, lässt sich nicht sofort klären. Die Stadt Zürich ist es jedenfalls nicht. Weder das Tiefbauamt noch der Gebietsmanager Albisrieden wussten von den Stoppern. Die Mauer mit den Noppen muss daher auf privatem Grund stehen. Tatsächlich umschliesst die Mauer das ehemalige Siemens-Areal, wo heute ein grosser Bürokomplex namens Yond steht. Dort eingemietet sind mehrere Firmen, wie beispielsweise eine Jobvermittlung, eine Ginbrennerei oder ein Co-Workingspace. Auf Anfragen von ZüriToday konnte jedoch kein Mieter Auskunft geben, wieso die Stopper benötigt werden und wer die Montage beauftragt hat.

Hinter Yond steht der Immobiliendienstleister Wincasa, eine Gruppengesellschaft von Swiss Prime Site. Nach mehrfachen Anfragen bestätigt Wincasa schriftlich: «Es wird ein sogenannter «Skaterschutz» angebracht, damit die Kanten der Mauer nicht noch stärker beschädigt werden.» Wie sehr die Mauern beschädigt wurden und wie oft sich Skateboarder in der Umgebung aufhalten, wird nicht beantwortet. «Die Massnahme basiert auf Erfahrungswerten. Es geht darum, weitere Schäden zu vermeiden», erklärt Wincasa.

veröffentlicht: 4. Februar 2022 17:17
aktualisiert: 4. Februar 2022 23:06
Quelle: ZüriToday

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