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Quartierverein fordert: Am Seeufer darf es doch lärmig sein!

Wollishofen

Quartierverein fordert: Am Seeufer darf es doch lärmig sein!

05.05.2022, 15:44 Uhr
· Online seit 05.05.2022, 15:29 Uhr
Der Quartierverein Wollishofen kämpft für die uneingeschränkte Nutzung des Zürichseeufers. Konkret befürchten die Anwohnenden, dass Lärmbeschwerden eingereicht werden, wenn neue Wohnungen am Seeufer entstehen. Eine Petition soll helfen.
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In der Stadtmitte wehren sich einige Quartiervereine gegen zu lautes Feiern, am Seeufer wird hingegen für lautes ausgelassenes Dasein gekämpft. Der Quartierverein Wollishofen fordert in einer Petition den Stadtrat dazu auf, den gesamten Bereich am Seeufer zwischen der Badi Mythenquai und der Roten Fabrik als Freihalte- und Gewerbezone zu definieren – auf unbestimmte Zeit. Dies geht aus einem Bericht des «Tagesanzeigers» hervor.

Urbaner Freiraum erträgt gewissen Lärmpegel

Das Seeufer in Wollishofen sei ein wichtiger urbaner Kultur- und Freiraum, den täglich hunderte Menschen «intensiv nutzen», hält der Quartierverein fest. Im Gebiet befinden sich bis jetzt keine Wohnungen, deshalb ertrage es dort «einen gewissen Lärmpegel».

Diesen Freiraum sieht der Verein in Gefahr, sollten rundherum neue Wohnungen entstehen. Laut Bericht gibt es die Befürchtung, dass neue Bewohnerinnen und Bewohner alle Aktivitäten am See mit Lärmklagen zunichte machen. «Nutzungskonflikte sind vorprogrammiert», sagen die Vereinsmitglieder.

Nicht die ersten Zeichen von Widerstand

Bereits im Januar 2019 zeigte sich, dass grosser Widerstand gegen Wohnbauideen im Quartier besteht. Anwohnende reichten eine Petition gegen ein siebenstöckiges Wohnhaus direkt hinter der Savera-Wiese ein. Das umstrittene Projekt war ein Auslöser für die Besonnungsinitiative, die auf einen kompletten Baustopp am See abzielte. Sie wurde von den Stadtzürcher Stimmberechtigten am 26. September 2021 nur knapp abgelehnt.

Die Gegenseite des Wohnbauprojekts blieb also erfolglos. Mittlerweile laufen die Bauarbeiten, ab Sommer 2023 sollen die 68 neuen Wohnungen bezugsbereit sein. Fiammetta Jahreiss, Vizepräsidentin des Quartiervereins Wollishofen, befürchtet Lärmklagen, wenn die neuen Bewohner einziehen «Weil die Savera-Wiese sehr belebt ist – im Sommer auch bis spät am Abend», sagte Jahreiss gegenüber dem Tagesanzeiger. «Aber dieses Projekt liess sich nicht stoppen, deshalb ist es umso wichtiger, dass wir im Bereich zwischen GZ-Wiese und Roter Fabrik rechtzeitig agieren.»

Es werden Unterschriften gesammelt

Der Quartierverein will die Interessen der Anwohnenden vertreten und hat eine Petition gestartet. Der Verein will damit ein Zeichen setzen können. Am 21. und 22. Mai findet am Seeufer von Wollishofen ein Quartierfest statt, da sollen viele Unterschriften gesammelt werden. Am 22. Juni will der Quartierverein die Petition dem Stadtrat übergeben.

(hap)

veröffentlicht: 5. Mai 2022 15:29
aktualisiert: 5. Mai 2022 15:44
Quelle: ZüriToday

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