Studentisches Wohnen

«Paar Tausend Wohnplätze mehr könnte Zürich gut gebrauchen»

Maarit Hapuoja, 14. September 2022, 10:36 Uhr
Ab Montag sind die Sitzreihen der Vorlesungssäle wieder gefüllt. Doch einige Studierende dürften noch auf der Suche nach einem Zimmer in der Stadt sein. Die Nachfrage nach Studentenheimen und günstigen Unterkünften ist deutlich grösser als das Angebot.

Arbeiten schreiben, büffeln und jede Menge Vorlesungen: Am nächsten Montag ist Semesterstart. Tausende Studierende gehen zurück an die Zürcher Hochschulen und einige beginnen ihr erstes Semester. Studieren bedeutet für viele Junge gleichzeitig die Suche nach einer neuen Bleibe. Zurzeit sind in Zürich aber so wenige Wohnungen frei, wie vor fast zehn Jahren das letzte Mal. Das schränkt auch die Wohnmöglichkeiten der Studierenden ein.

Schwierig, ein Zimmer zu bekommen

Laut der Stiftung für Studentisches Wohnen Zürich (SSWZ) sind in Zürich rund 6000 Zimmer für Studierende bestimmt. Zwar ist in den letzten Jahren ein Fünftel davon entstanden – für Studierende wird somit viel gebaut – doch genug Platz für alle gibt es trotzdem nicht. Jahr für Jahr steigt die Anzahl Studierende, deshalb fehlen tausende Unterkünfte.

Viele Studierende suchen über die Wohnungsvermittlung der ETH und Universität Zürich ein neues Daheim in der Stadt. Weitere beliebte Anlaufstellen sind die Studentische Wohngenossenschaft WOKO oder das Jugendwohnnetz JUWO. In Wohnungen der JUWO wohnen in Zürich zurzeit 3'300 Studierende.

Wohnplätze fehlen und Mieten steigen

Über 2000 Personen befinden sich auf der Warteliste der JUWO, wie Patrik Suter, CEO des Jugendwohnnetzes, erläutert. «Die Nachfrage war in den letzten Jahren hoch und stieg nach dem Wegfall der Pandemiemassnahmen nochmals an.»

Die Nachfrage nach Unterkünften für Studierende könne bei weitem nicht gedeckt werden, sagt Suter. «Ein paar Tausend Wohnplätze mehr könnte Zürich gut gebrauchen. In jüngster Vergangenheit verknappte sich der bezahlbare Wohnraum in Zürich aufgrund des Ukraine-Krieges.»

Zudem sind auch die Wohnbedingungen für Studierende schwieriger tragbar. Patrik Suter erklärt: «Die Mietpreise für Studierende in Zürich nehmen derzeit durch die steigenden Nebenkosten zu.» Mittelfristig würden höhere Wohnkosten durch steigende Zinssätze und Baukosten verursacht.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 14. September 2022 11:26
aktualisiert: 14. September 2022 11:26
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