Ist das Züri Fäscht in Gefahr?

«Feuerwerk ist fester Bestandteil des Sicherheitskonzepts»

Maarit Hapuoja, 7. Juli 2022, 19:24 Uhr
Die Linken wollen keine Flugshow und keine Feuerwerke am Züri Fäscht. Das Volksfest sei so zu umweltschädlich. Das OK argumentiert damit, dass der Event viel klimafreundlicher geworden sei. Gemeinderat Albert Leiser glaubt, das Züri Fäscht sei in Gefahr, sollte es zum Feuerwerk-Verbot kommen.
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Das Feuerwerk ist das Herzstück des Züri Fäschts. So sieht es zumindest das Organisationskomitee. «Flugshow und Feuerwerke – das ist die DNA des Züri Fäscht», sagt Jeannette Herzog, Geschäftsführerin der Veranstaltung. Die Linken sehen in diesen zwei Elementen aber eine Gefahr für die Umwelt. Balz Bürgisser, Gemeinderat der Grünen, findet: «Bei der Flugshow wird das Fliegen verherrlicht und die Sicherheit von Piloten und Zuschauerinnen ist gefährdet. Das Feuerwerk ist eine Belastung für Mensch und Umwelt.»

Das Züri-Fäscht-OK betont, dass viele Verbesserungen erfolgt seien und die Umweltverträglichkeit eine hohe Wichtigkeit geniesse. «Flugshow und Feuerwerke machen je 0,2 Prozent der Gesamt-CO2-Emissionen aus. Die Elemente sind daher vertretbar, werden aber trotzdem ökologisch stark verbessert. Mit synthetischem Treibstoff bei den Flugshows und mit grossen Massnahmen zum Schutz der Gewässer bei den Feuerwerken. Wir setzen auch an weiteren Orten an wie bei Mahlzeiten, An- und Abreise und arbeiten an Verbesserungen im Bereich Abfall und Entsorgung», sagt Herzog.

Feuerwerkabsage = Züri-Fäscht-Absage?

Albert Leiser, Präsident des Vereins Zürcher Volksfeste und Gemeinderat, sieht das Züri-Fäscht bei einem Feuerwerkverbot in Gefahr. Zur «NZZ» sagt Leiser: «Verzichtet man auf das Feuerwerk, wird die Stadtpolizei den Anlass wahrscheinlich nicht bewilligen.»

Auf Anfrage erklärt der FDP-Gemeinderat: «Das Feuerwerk ist wichtig für die Sicherheit des Crowdmanagements. 2013 hat es eine schwierige Situation gegeben mit Bedrängung, da mussten Menschen übers Baur au Lac evakuiert werden». Insgesamt sind drei zeitlich versetzte Feuerwerk-Aufführungen geplant. «Diesen Grundsatz haben wir schon lange gelebt. Es braucht drei Feuerwerke zur Verteilung der Menschen, auch eine Reduktion auf zwei würde nicht gehen», so Leiser.

Tief im Konzept verankert

Es geht also viel mehr um das Element Feuerwerk als Teil des Sicherheitkonzepts und nicht um die grundsätzliche Frage, ob ein Verbot eine Bewilligung verhindert. Jeannette Herzog führt aus: «Natürlich wird die Stadtpolizei nicht per se sagen, erlauben wir nicht, wenn es jetzt hiesse, das Züri Fäscht hat keine Feuerwerke und keine Flugshow.» Es gelte jedoch zu verstehen, dass das Feuerwerk als fester Bestandteil in den Sicherheitskonzepten enthalten ist.

«Im Bewilligungsprozess und in der Festplanung sind wir sehr weit. Die Unterhaltungselemente des Züri Fäschts sind örtlich und zeitlich aufeinander abgestützt, so dass sich die Leute gut auf dem Festareal verteilen», so Herzog. Ein neues Konzept zu erstellen, sei nicht so schnell möglich. «Wir sind seit 2019 daran, mit dem Stadtrat das Konzept zu entwickeln.»

Balz Bürgisser ist mit der Argumentation der Züri-Fascht-Organisation nicht einverstanden. Es sei eine «Mogelei», die Menschenverteilung als Argument zu nennen. «Genau diese Feuerwerke ziehen viele Menschen an. Wenn man das nicht ändert, dann wird es in drei Jahren vier Feuerwerke geben», so Bürgisser.

Der Stadtrat soll am nächsten Mittwoch einen Entscheid fällen. Das Ergebnis dürfte knapp ausgehen.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 7. Juli 2022 17:13
aktualisiert: 7. Juli 2022 19:24