Zürich will sparen

Ein 4-Stufen-Modell gegen Strommangel – erlischt bald die Strassenbeleuchtung?

7. September 2022, 19:57 Uhr
In seiner Sitzung hat der Zürcher Stadtrat Massnahmen beschlossen, um eine mögliche Energiemangellage im Winter abzuwenden. Derzeit ist die Versorgung der Stadt mit Strom und Gas gewährleistet – auf den Ernstfall vorbereiten will man sich dennoch.

Quelle: TeleZüri / Beitrag vom 7. September 2022

Der Zürich Stadtrat hat sich am Mittwochvormittag mit den Herausforderungen einer drohenden Energieknappheit während der Wintermonate befasst. Bereits im Frühling, als sich eine mögliche Energiekrise ein erstes Mal abzeichnete, liess er überprüfen, inwiefern die einzelnen Dienstabteilungen Strom und Gas einsparen könnten. Basierend auf diesen Erkenntnissen hat der Stadtrat nun Massnahmen beschlossen, die stufenweise umgesetzt werden. Dies teilte er in einer Medienmitteilung mit.

In einem ersten Schritt sollen Massnahmen ergriffen werden, die schnell und einfach umsetzbar sind und zur Sensibilisierung der städtischen Mitarbeitenden, der Bevölkerung und der Unternehmen beitragen. Dazu gehören die Reduktion des Warmwassergebrauchs in Verwaltungsgebäuden oder die Abschaltung von Leuchtlogos der städtischen Verwaltung.

Raumtemperatur soll reduziert werden

Weitere Massnahmen dieser ersten Stufe beinhalten die Reduktion der Wasser- und Lufttemperatur in Hallenbädern um ein Grad oder das Abstellen von Netzbrunnen in der Stadt. Auch die Aussenreinigung von Dienstfahrzeugen würde auf ein Minimum reduziert.

In einer zweiten Stufe plant der Stadtrat Massnahmen, die mit einem gewissen Umsetzungsaufwand verbunden sind oder technische Anpassungen voraussetzen. Als Beispiel nennt er hierfür die Reduktion der Raumtemperatur in Verwaltungsgebäuden auf maximal 19 Grad, die Abschaltung der Beleuchtung von historischen Bauten oder die Abschaltung von Weg- und Strassenbeleuchtungen – abgestimmt auf die Betriebszeiten des öffentlichen Verkehrs.

Das letzte Wort hat der Bund

Eine dritte Stufe soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, falls sich die Lage bis anhin weiter verschärft hat. Diese Manöver könnten «das öffentliche Leben beeinflussen und den Energieverbrauch deutlich senken», schreibt der Stadtrat in seiner Mitteilung. Bereits jetzt würden aber Vorarbeiten getroffen, damit die Massnahmen im Falle eines konkret drohenden Energiemangels rasch und effektiv umgesetzt werden können.

In einer vierten Stufe würde dann der Bund in der Hauptverantwortung stehen. Er würde in der ganzen Schweiz Massnahmen anordnen, die weitreichende Konsequenzen haben – bis hin zu teilweisen Netzabschaltungen, um die Energieversorgung zu gewährleisten. Auch hierzu habe man in der Stadt Zürich bereits erste Vorbereitungsarbeiten eingeleitet.

(mhe)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 7. September 2022 19:58
aktualisiert: 7. September 2022 19:58
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