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Deshalb wehrt sich der Heimatschutz gegen die «Mohrenkopf»-Abdeckung

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Deshalb wehrt sich der Heimatschutz gegen die «Mohrenkopf»-Abdeckung

13.07.2022, 07:59 Uhr
· Online seit 12.07.2022, 10:57 Uhr
Die Stadt Zürich will die Gebäude-Inschriften «Zum Mohrenkopf» und «Zum Mohrentanz» im Niederdorf abdecken lassen, weil diese rassistisch seien. Dagegen wehrt sich nun der Heimatschutz. Die Abdeckungen würden die Gebäude möglicherweise beschädigen.

Quelle: Mohrenkopf-Schriftzüge sollen abgedeckt werden, TeleZüri-Archivbeitrag vom 12. Juli 2023.

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Auch für den Heimatschutz sei Rassismus nicht zu tolerieren, wie dieser in seinem Rekurs am Dienstag betont. Die Stadt Zürich habe bei ihrem Entscheid, die Inschriften abdecken zu lassen, den historischen Kontext aber nicht einmal ansatzweise geprüft.

Keinen Zusammenhang mit Rassismus

Die Namen der beiden Häuser würden an die frühen Beziehungen zwischen Zürcher Kaufleuten und Mauren erinnern, also zu Kulturen in Nordafrika und im Nahen Osten, so der Heimatschutz. Die Namen würden nicht im Entferntesten zum Hass gegenüber Minderheiten oder Fremden aufrufen.

Zudem seien die geplanten Abdeckung keineswegs reversibel, wie der Stadtrat behauptet habe. Die Schriftzüge mit einer Steinplatte abzudecken oder mit Japan- oder synthetischem Faserpapier zu überstreichen, könne nicht die Lösung sein, meint der Heimatschutz.

Keineswegs reparabel

So eine Abdeckung müsste möglichst dicht angebracht werden, was wiederum bedeute, dass sie später nicht ohne Weiteres entfernt werden könne. Das könne zur Folge haben, dass das Gebäude beschädigt werde.

Mauch: «Abdeckung ist reversibel»

Stadtpräsidentin Corine Mauch betonte kürzlich im Zürcher Gemeinderat, dass die geplante Abdeckung reversibel sei. Sie könne zu einem späteren Zeitpunkt also auch wieder entfernt werden. Geplant sei zudem eine Infotafel mit einem QR-Code, der auf eine Website mit weiterführenden Erklärungen zum Thema Rassismus im Zürcher Stadtbild führe.

Der Heimatschutz fordert in seinem Rekurs nur eine erklärende Schrifttafel anzubringen. So lasse sich der Namen der Häuser in ihren historischen und problematischen Kontext stellen. Entscheiden wird nun das kantonale Baurekursgericht.

(joe / sda)

veröffentlicht: 12. Juli 2022 10:57
aktualisiert: 13. Juli 2022 07:59
Quelle: ZüriToday

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