Zürich

Spitex-Mitarbeiter knöpft Walter Scheibli 36'000 Franken ab

«Stimme des ZSC»

Spitex-Mitarbeiter knöpft Walter Scheibli 36'000 Franken ab

20.10.2022, 11:00 Uhr
· Online seit 20.10.2022, 10:56 Uhr
Radio-24-Sportreporterlegende Walter Scheibli (90) ist einem Pflegefachmann der Spitex zum Opfer gefallen. Dieser hatte dessen Kreditkarte für private Einkäufe genutzt. Jetzt wurde der Pflegefachmann verurteilt.

Quelle: 90. Geburtstag von Walter Scheibli / 14.10.2022 / Emilie Ammann

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Spitex-Mitarbeitende dürfen von ihren Klienten weder Geld noch Geschenke annehmen. Erst recht verboten ist, ihnen Geld abzuknöpfen. Doch genau dies tat ein Spitex-Mitarbeiter. Opfer davon wurde kein Geringerer als die «Stimme des ZSC» Walter Scheibli, wie «20 Minuten» berichtet.

Ein Pflegefachmann aus Brasilien betreute den mittlerweile 90-Jährigen in dessen Wohnung in Zürich Unterstrass. Mit Scheiblis Einverständnis durfte der Beschuldigte laut Anklageschrift dessen CS-Maestrokarte für Einkäufe nutzen.

Private Einkäufe mit UBS-Mastercard

Der Spitex-Mitarbeiter brauchte die Karte laut dem Bericht innerhalb eines Monats im Jahr 2021 aber auch für private Barbezüge. Zudem tätigte er private Einkäufe mit einer weiteren UBS-Mastercard von Scheibli, desse PIN-Code er kannte. In der Summe entstand ein Schaden von 36'000 Franken.

In den Genuss von dieser «Geldquelle» kam auch ein Bekannter des Pflegefachmanns. Für diesen hatte er mit der VISA-Kreditkarte Scheiblis knapp 900 Franken bezogen.

Zu bedingter Freiheitsstrafe verurteilt

Die Staatsanwältin forderte eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten und eine Landesverweisung von sieben Jahren. Dessen Verhalten habe sich trotz ungünstiger Faktoren nicht verbessert, argumentierte sie. Bereits als Jugendlicher wurde der Mann bei der Justiz auffällig und erhielt mehrere Verwarnungen des Migrationsamts. 2018 wurde er wegen Urkundenfälschung angeklagt.

Das Bezirksgericht Zürich verurteilt den Brasilianer zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Es verzichtet aber auf eine Landesverweisung mit der Begründung, dass ein Härtefall vorliege und es im öffentlichen Interesse sei, die Schulden abzubauen.

(bza)

veröffentlicht: 20. Oktober 2022 10:56
aktualisiert: 20. Oktober 2022 11:00
Quelle: ZüriToday

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