«Limmat-Böötle»

So treibst du sicher den Fluss runter

Joelle Maillart, 27. Mai 2022, 20:14 Uhr
Sonnenschein, laute Musik und Drinks – mit den ersten Sommertemperaturen erwachen die «Böötler». Wir wissen, wo du im Züribiet dein Schlauchboot rausholen kannst und was du beim Fest auf dem Wasser beachten solltest.

Quelle: TeleZüri

Es ist wieder die Zeit des Zürchers Volkssports – dem «Böötle» auf der Limmat. Auch wenn der Fluss ruft und du es kaum erwarten kannst, den Fluss herunter zu treiben: Es gibt ein paar wichtige Regeln, die du beachten solltest. Schliesslich willst du eine coole Flussfahrt erleben, eine ohne Drama.

Mit guter Vorbereitung los paddeln 

«Ganz wichtig ist es, sich bei der ausgewählten Strecke über die Verhältnisse zu informieren – wo hat es Hindernisse, wo muss ich aussteigen», sagt Philipp Binaghi, Mediensprecher der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG.

Ein gutes und beliebtes Beispiel in Zürich sei das Höngger Wehr. Es zeige, dass gute Vorkenntnisse der Route wichtig seien. «Da sollte man bei der Europabrücke aussteigen und erst nach dem Wehr wieder einsteigen», so Binaghi.

Eine Hinweiskarte der Stadtpolizei Zürich für das richtige «Böötle»-Verhalten beim Höngger Wehr.

© Stadtpolizei Zürich

Gefahren auf dem Fluss vermeiden

Oft komme es zu Stau beim Höngger Wehr und das könne Gefahren mit sich bringen, erzählt Binaghi weiter: «Einige «Böötler» gehen nicht genug früh raus, oder auf die Seite und treiben dann aufs Wehr zu.»

Ein anderes Thema, das zu gefährlichen Situationen führen könne sei der Alkoholkonsum. «Da empfehlen wir von der SLRG ganz klar, dass man doch eine coole Fahrt haben und das Anstossen auf das Ende der Fahrt verlegen soll», sagt Binaghi.

«Retten mit dem geringsten Risiko»

Im Corona-Sommer 2020 meldete die SLRG 46 verunglückte Menschen in Schweizer Gewässern. Wenn man in eine Notfallsituation käme, sei eines trotz Panik wichtig: «Ruhe bewahren! Wenn man selber in Not ist, muss man versuchen aus dem Wasser zu kommen, auch wenn man dabei Sachen aus dem Boot zurücklassen muss.» Das Wichtigste sei die eigene Sicherheit.", so Bianghi.

«Wenn man eine Person entdeckt, die in Not ist, muss man zu aller erst alarmieren und danach nach dem Grundsatz gehen: Retten mit dem geringsten Risiko», erklärt Binaghi. Heisst, dass man helfen solle, ohne sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen.

Allgemein sollten auch die Fluss- und Baderegeln der SLRG angeschaut werden. So habe man die besten Voraussetzungen, um einen coolen «Böötle»-Tag zu haben.

Hast du eine Lieblings-Böötle-Strecke? Zeig sie uns.

Wo lässt es sich im Züribiet gut «böötle»?

Die meisten Ausflügler starten beim Wipkinger Park. Die Wiese bietet genügend Platz, um die Schlauchboote flussbereit zu machen. Nach rund einer Dreiviertelstunde, je nach Strömung, erreichst du die Werdinsel. Wer von da aus noch weiter will, muss das Boot einige Meter am Ufer tragen, um das Höngger Wehr zu überqueren.

Der Guide «Limmat-Böötle» zeigt die Route in der Stadt Zürich. 

© regionale2025

Wer darauf kein Bock hat, kann direkt hinter dem Höngger Wehr einsteigen und Richtung Glanzenberg treiben. Vom Wipkinger Park bis zur Allmend Glanzenberg dauert der Spass gut zwei Stunden. Wer noch mehr will, kann bis nach Dietikon – da geniesst du 20 Minuten mehr Spass auf der Limmat. An beiden Ausstiegsstellen gibt es einen Bahnhof, wo man mit dem Boot im Gepäck die Rückreise antreten kann.

Wer auch mal ausserhalb von Zürich eine «Böötle-Strecke» ausprobieren mag, der hat eine grosse Auswahl. Von Thun nach Bern, Stein am Rhein bis Schaffhausen oder der Geheimtipp Uesslingen Richtung Ossingen – Routen die bis zu vier Stunden dauern und meistens keinen Schlauchboot-Stau haben. Die Top Ten Schweizer der «Böötle-Strecken» findest du hier.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 6. Juni 2022 10:33
aktualisiert: 6. Juni 2022 10:33
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