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So läuft der Käse-Konkurrenzkampf auf dem Bürkliplatz

Zürcher Märkte

So läuft der Käse-Konkurrenzkampf auf dem Bürkliplatz

· Online seit 24.02.2023, 08:11 Uhr
Seit Freitag hat der Markt am Bürkliplatz einen neuen Käsestand, jenen vom Schweizer Käsepapst Rolf Beeler. Damit erhält der «Chäs Baron» Franco Woodtli, welcher seit 39 Jahren am Bürkliplatz einen grossen Käsestand hat, gewichtige Konkurrenz. Woodtli zählt auf seine Stammkundschaft.
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Seit Mitte Februar ist klar: Der bekannteste Schweizer Käsehändler kommt nach Zürich. «Maître Fromager» Rolf Beeler hat seit Freitag einen Stand am Markt beim Bürkliplatz. Bei Beeler kaufen selbst Gault-Millau-Köche ein. Im Sortiment vom Schweizer Käsepapst finden Käseliebhaberinnen und Käseliebhaber über 100 Sorten, einige davon wurden schon mehrfach ausgezeichnet.

Ebenfalls über 100 Käsesorten am Markt beim Bürkliplatz bietet der «Chäs Baron» Franco Woodtli an. Seit bald 40 Jahren kommt Woodtli das ganze Jahr auf den Bürkliplatz. Dass er jetzt einen grossen und bekannten Konkurrenten erhält, macht den 62-Jährigen nicht nervös. «Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass es mir egal ist», sagt Franco Woodtli zu ZüriToday. Aber Angst davor, grosse Umsatzeinbussen zu erleiden, habe er nicht. Stammkundschaft sei Dank.

Käse-Konkurrenzkampf auf dem Märt

Während rund 20 Jahren gab es neben dem Käsestand von Woodtli einen weiteren grossen Käsestand. Dazu kommen noch eine Handvoll Stände, welche Spezialitäten aus Italien, Bayern, dem Tessin oder Tirol anbieten, wie die Liste der Marktstände beim Bürkliplatz verrät. Auch an diesen Ständen gibt es verschiedene Käsesorten, aber daneben auch noch Würste oder Oliven – Spezialitäten aus der jeweiligen Region.

Vis-à-vis von Woodtlis Platz steht ein italienischer Stand. Der 62-jährige «Chäs Baron» hat deshalb gewisse italienische Käsesorten bei sich aus dem Sortiment genommen. «Ich habe schon noch einen Parmigiano Reggiano oder einen Taleggio.» Aber die spezielleren, italienischen Käsesorten gibt es bei Woodtli nicht mehr. «Die müssen die Kunden dann beim Italiener holen.»

Die Konkurrenz sind die Läden

Konkurrenz gab es auf dem Markt schon immer. Die wahre Konkurrenz der Marktfahrerinnen und Marktfahrer sind die Detailhändler und Grossverteiler. Der «Chäs Baron» kann aber auf seine Stammkundschaft zählen. «Rund 90 Prozent bei mir sind jahrelange Stammkundinnen und Stammkunden», schätzt Woodtli.

Trotz Käse-Konkurrenz auf dem Bürkliplatz: Untereinander habe man ein sehr gutes Verhältnis, sagt Franco Woodtli. Man besuche sich auch gegenseitig. Er könne nicht weg von seinem Stand, weil er einen Ein-Mann-Betrieb sei. Deshalb kommen andere Marktfahrende jeweils zu ihm. «Ich bin derjenige mit der Kaffeemaschine.» Man helfe sich auch gegenseitig. «Wenn jemand mal das Chäspapier vergessen hat.»

Teilweise arbeiten die Marktfahrenden auch zusammen. So bestellt Woodtli gewisse Käsesorten für sich und gleichzeitig für einen weiteren Standbetreiber. Dieser bestellt im Gegenzug eine andere Käsesorte ebenfalls für beide. So können beide von besseren Konditionen beim Lieferanten profitieren.

Jüngere Kundschaft als früher

In seinen fast 40 Jahren auf dem Bürkliplatz hat Franco Woodtli schon viele Standnachbarn gehabt. So gab es immer wieder Veränderungen. Über die vielen Jahre hat er aber auch eine Veränderung der Kundschaft auf dem Markt beobachtet. «Das Publikum ist eher jünger geworden.»

Mit der Kundschaft pflegt Franco Woodtli teilweise ein sehr familiäres Verhältnis. «Es ist wie in einem Cabaret.» Es werde gelacht und dann gehe die Kundschaft nach Hause. «Der Unterschied zum Besuch im Cabaret ist», sagt Woodtli, «bei mir hat man danach noch Käse im Kühlschrank.»

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veröffentlicht: 24. Februar 2023 08:11
aktualisiert: 24. Februar 2023 08:11
Quelle: ZüriToday

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