Zürich

So könnten der Bahnhofplatz und das Central 2050 aussehen

Zürich Vision

So könnten der Bahnhofplatz und das Central 2050 aussehen

· Online seit 31.05.2022, 19:53 Uhr
Der öffentliche Raum um den Hauptbahnhof und das Central soll umgestaltet werden. Zwei Fachteams haben ihre Konzepte nun beim Tiefbauamt der Stadt Zürich eingereicht. Was beide gemeinsam haben: Vieles wird grüner – und die Flussufer werden aufgefrischt.
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Das Tiefbauamt der Stadt Zürich hatte letztes Jahr zwei interdisziplinären Planungsteams den Zuschlag gegeben, ihre jeweilige «Vision 2050» detailliert auszuarbeiten. Diese Vision sieht vor, das Stadtgebiet um den Hauptbahnhof bis hin zum Central umzugestalten und zu modernisieren. Damit soll diese Zone den verkehrstechnischen und stadträumlichen Ansprüchen der Zukunft angepasst werden.

In einer ersten Phase hatten vier Planungsteams die Zone analysieren können. Nun sind noch das Team «Studio Vulkan» sowie das Team «Van de Wetering Atelier» im Rennen. Beide Architekturbüros sind in der Stadt Zürich beheimatet und spezialisieren sich auf Städte- und Landschaftsplanung. Ihre ausgearbeiteten Konzepte sind nun eingetroffen – inklusive Zukunftsbilder.

Fussverkehr geniesst Priorität

Was beide Konzepte gemeinsam haben: die zwei Zürcher Flüsse Limmat und Sihl sollen aktiver ins Stadtbild einbezogen und besser für Erholungszwecke genutzt werden. So setzen beide Teams in ihren Visionen auf Treppenstufen an den Flussufern und zusätzliche Stege. Zudem: mit vielen Bäumen sollen die Zonen grüner werden.

Ein weiterer Aspekt, der beide Konzepte verbindet, ist der Ausbau von Fussgängerzonen und die Reduktion des Automobilverkehrs. So sagt Han van de Wetering, Leiter des gleichnamigen Fachteams: «Der Fussverkehr hat für uns höchste Priorität. Wir möchten ‹aufräumen› und grosszügige, begrünte Plätze schaffen.»

Das Konzept des Teams Van de Wetering:

Um dies zu ermöglichen, will sein Team auf einen unterirdischen Tunnel unter dem Bahnhofquai setzen. Dadurch würde der Bahnhofsplatz weitgehend frei sein von Autoverkehr und Tram- oder Bushaltestellen. Die Haltestelle Central rückt im Konzept von Van de Wetering auf die Bahnhofbrücke, wodurch der Central-Platz ebenfalls mehr Velo- und Fussverkehr erfahren kann.

Das Team «Studio Vulkan» sucht indessen eine ausbalancierte Mischung zwischen Fussgängern und Verkehrsteilnehmern. Umsteigemöglichkeiten für den Öffentlichen Verkehr sollen nach wie vor gut erschlossen sein, neben dem Europaplatz soll eine gänzlich neue Haltestelle geschaffen werden. Der motorisierte Individualverkehr soll ebenfalls weitgehend bestehen bleiben.

Das Konzept des Teams Vulkan:

Die Konzepte beider Teams vermeiden eine Verlagerung des Verkehrs in die Quartiere oder auf andere städtische Achsen. Indem der ausserstädtische Durchgangsverkehr auf die Autobahnumfahrungen verlagert wird, wollen beide Teams eine langfristige Reduktion des motorisierten Individualverkehrs im Zentrum der Stadt erwirken, schreibt das Tiefbauamt.

Die beiden Konzepte werden nun von Experten für Städtebau, Stadtraum, Sozialraum, Verkehr und Stadtklima beurteilt. Anders als bei einem Wettbewerb gibt es bei einer Testplanung kein Gewinnerteam. Die tragfähigsten Lösungsansätze beider Teams werden nächstes Jahr in einen Masterplan übergeführt. Dieser «Masterplan 2050» wird dann schliesslich etappenweise umgesetzt.

veröffentlicht: 31. Mai 2022 19:53
aktualisiert: 31. Mai 2022 19:53
Quelle: ZüriToday

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