Zürich

Pflegerin witzelt auf Social Media mit Spritze und fälscht Dokument

Kloten

Pflegerin witzelt auf Social Media mit Spritze und fälscht Dokument

· Online seit 02.08.2023, 11:23 Uhr
Eine 34-jährige Fachfrau eines Pflegeheims in Kloten leistete sich mehrere Fehltritte. Zuerst auf Social Media und dann im Zusammenhang mit einem Nachweis. Am Ende verlor sie ihren Job – und Geld.
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Nach drei Vorfällen war fertig lustig für eine 34-jährige Pflegefachfrau. Per Ende Oktober 2021 verlor sie wegen mangelnden Vertrauens ihre Arbeitsstelle in einem Klotener Pflegeheim.

Den ersten Fehltritt leistete sich die E-Angestellte im April 2020. Damals inszenierte sie eine Lippen-Aufspritzung auf Facebook. Auf dem geposteten Foto führte sie einer Kollegin eine Spritze an den Mund, als würde sie ihr die Lippen aufspritzen, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Zum Verhängnis wurde ihr die Aktion vor allem, weil auf dem Bild die offizielle Arbeitskleidung des Pflegezentrums ersichtlich war.

Disco bei Medikamentenkontrolle

Trotz angedrohter personalrechtlicher Konsequenzen im Falle einer Wiederholung, überspannte die Pflegefachfrau auf Social Media den Bogen erneut. Neun Monate später erhielt sie eine Verwarnung mit sechsmonatiger Bewährungsfrist.

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In ihrem Whatsapp-Status zeigte die Angestellte ein Video, das sie in Arbeitskleidung beim Kontrollieren der Medikamente zeigte. «Im Hintergrund lief laute Musik, die Beschwerdeführerin tanzte und posierte, während sie die Medikamente kontrollierte», heisst es laut der Zeitung im Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichts. Eine ihr unterstellte Mitarbeiterin filmte die Show, als die Pflegefachfrau die Tagesverantwortung hatte.

Falscher Stundennachweis

Kein Pardon kannte die Heimleitung einige Wochen später mehr. Diesmal hatte die Angestellte eine Bestätigung mit einem unwahren Stundennachweis frisiert, um sich eine Weiterbildung zur zertifizierten Kursleiterin zu ergaunern. Zu dieser Methode griff sie, weil sie lediglich 50 Stunden statt der verlangten 100 Stunden Lehrtätigkeit belegen konnte. Eine andere Pflegefachfrau unterschrieb die Bestätigung, informierte allerdings ihre Chefin, worauf die Fälscherin aufflog.

Die 34-Jährige verlor nicht nur ihren Job, sondern musste sie dem Pflegezentrum zudem über 18’000 Franken zurückzahlen. Berufsbegleitend hatte sie sich bei vollem Lohn zur diplomierten Pflegefachfrau HF ausbilden lassen. Dafür ging sie im Falle eines vorzeitig endenden Arbeitsverhältnisses eine dreijährige Rückzahlungsverpflichtung ein.

Erfolglos wehrte sich die Pflegefachfrau danach gegen die Kündigung und die Rückzahlung der Ausbildungskosten. Nach dem Stadtrat Kloten und dem Bezirksrat Bülach liess sie kürzlich auch das kantonale Verwaltungsgericht abblitzen.

(bza)

veröffentlicht: 2. August 2023 11:23
aktualisiert: 2. August 2023 11:23
Quelle: ZüriToday

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