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Multiple Sklerose nimmt zu – ETH entwickelt neuen Kopfscanner

Forschung

Multiple Sklerose nimmt zu – ETH entwickelt neuen Kopfscanner

· Online seit 05.02.2024, 13:46 Uhr
In der Schweiz erkranken immer mehr Menschen an MS. Ein neuer Kopfscanner kann die Krankheit früher erkennen als mit bisherigen Methoden. Tests an MS-Patientinnen und -Patienten sind geplant.

Quelle: Archivbeitrag vom 12. Juli 2021 / CheckUp

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Rund 18'000 Menschen sind in der Schweiz von Multipler Sklerose betroffen. Dabei handelt es sich um eine Zunahme von 20 Prozent, wie neue Zahlen der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft zeigen. Rund ein Fünftel dieses Anstiegs wird dem Bevölkerungswachstum zugeschrieben. Weitere Gründe sind frühere Diagnosen und die steigende Lebenserwartung. Als Risikofaktoren für MS gelten Übergewicht, ein höheres Alter bei der ersten Schwangerschaft und eine durchschnittlich tiefere Kinderzahl pro Frau.

Nun haben Zürcher Forscherinnen und Forscher einen Kopfscanner entwickelt. Mit diesem kann die Krankheit früher erkannt werden als mit bisherigen Methoden.

Der Scanner kann die Isolationsschicht von Nervenzellen abbilden, die bei der Muskelkrankheit beschädigt wird. Zuvor sei es nicht gelungen, die sogenannten Myelinscheiden ausreichend genau sichtbar zu machen, um Multiple Sklerose (MS) zuverlässig zu diagnostizieren und zu behandeln, hiess es in einer Mitteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETH Zürich) vom Montag.

Schweregrad und Verlauf sei besser einschätzbar

Herkömmliche Magnetresonanztomographen (MRT) können laut ETH Zürich die Isolationsschichten nur indirekt abbilden. Denn die meisten Geräte reagieren auf Wassermoleküle im Körper, die durch Radiowellen in einem starken Magnetfeld angeregt werden. Die Myelinscheiden bestehen jedoch hauptsächlich aus Fettgewebe und Proteinen. Nur zwischen diesen Schichten befindet sich das sogenannte Myelinwasser. Die Standard-MRT nutzt für ihre Bilder vor allem die Signale der Wasserstoffatome im Myelinwasser.

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Der neue Kopfscanner misst laut ETH den Myelingehalt hingegen direkt. Es versehe die MRT-​Aufnahmen des Gehirns mit Zahlenwerten, die anzeigten, wie viel Myelin an einer bestimmten Stelle im Vergleich zu anderen Bereichen des Bildes vorhanden sei. Mit diesen Angaben könnten Ärztinnen und Ärzte den Schweregrad und Verlauf von MS besser einschätzen, so die ETH Zürich.

Tests sind geplant

Die Forschenden haben ihr neues MRT-​Verfahren nach Angaben der Hochschule bereits an Gewebeproben von Patientinnen und Patienten mit MS, sowie an zwei gesunden Personen getestet. Als Nächstes wollen sie es an MS-Patienten selbst testen.

(bza/sda)

veröffentlicht: 5. Februar 2024 13:46
aktualisiert: 5. Februar 2024 13:46
Quelle: ZüriToday

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