Zürich

Mann (24) wegen versuchten Mordes an Polizistin vor Zürcher Obergericht

Mit Auto angefahren

Mann (24) wegen versuchten Mordes an Polizistin vor Zürcher Obergericht

26.10.2023, 13:03 Uhr
· Online seit 26.10.2023, 07:08 Uhr
Vor dem Obergericht des Kantons Zürich hat sich am Donnerstag ein 24-jähriger Mann verantworten müssen, der unter anderem eine Polizistin über den Haufen fuhr. Die Anklage wirft ihm mehrfachen versuchten Mord vor.

Quelle: Bezirksgericht Winterthur verurteilt jungen Mann, der Polizistin angefahren hat / März 2022 / TeleZüri

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Das Bezirksgericht Winterthur hatte den Schweizer im März 2022 wegen mehrfachem versuchten Mord und weiterer Delikte zu 16 Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Statt ins Gefängnis schickte es den 24-Jährigen aber in eine psychiatrische Klinik. Die Verteidigung wollte das vor dem Obergericht ändern.

Ihrem Mandanten gehe es dank der Behandlung gut, er wäre durchaus in der Lage, eine Massnahme für junge Erwachsene zu schaffen, sagte sie. Dort könnte er auch eine Berufsausbildung machen. Zudem forderte sie neue Gutachten. Die vorliegenden Gutachten seien mangelhaft.

Sie plädierte auf einen Schuldspruch wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung und weiterer Delikte und forderte eine Freiheitsstrafe von maximal fünf Jahren sowie eine Geldstrafe.

«Er wusste, dass dort Menschen standen»

Die Staatsanwältin forderte hingegen eine vollständige Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils. Bei seiner Fahrt über ein Trottoir habe der Beschuldigte gewusst, dass dort Menschen standen und dass er sie erfassen würde, was sie schwer verletzen oder gar töten könnte. Zumindest Eventualvorsatz liege vor.

Wichtiger als eine Strafe sei aber eine stationäre Behandlung. Der Klinikbericht zeige, dass der junge Mann am richtigen Ort sei - und auch Fortschritte mache. Allerdings könne noch keine Rede sein von einer Umwandlung in eine Massnahme für junge Erwachsene.

Erstens benötige er noch den geschlossenen Rahmen der Klinik. Und zweitens wäre eine Massnahme für junge Erwachsene im Vergleich mit der Freiheitsstrafe unzulässig kurz.

Exzessiver Cannabiskonsum

Im Oktober 2019 hatte der Schweizer in Winterthur mit einem gestohlenen Auto eine Polizeisperre durchbrochen. Dabei erfasste er eine Polizistin und verletzte sie lebensgefährlich. Eine zweite entging knapp der Kollision. Der psychiatrische Gutachter stellte bei dem Beschuldigten eine paranoide Schizophrenie fest, unter anderem aufgrund seines exzessiven Cannabiskonsums.

Das Gericht eröffnet das Urteil am Donnerstag um 16.30 Uhr.

(sda/jos)

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veröffentlicht: 26. Oktober 2023 07:08
aktualisiert: 26. Oktober 2023 13:03
Quelle: ZüriToday

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