Zürich

Liam und Eren wurden Zeugen der Bluttat in Oetwil am See

Gewalt in WG

Liam und Eren wurden Zeugen der Bluttat in Oetwil am See

· Online seit 28.03.2023, 22:34 Uhr
In Oetwil am See starb im Herbst letzten Jahres ein 17-Jähriger nach einem Streit. Zwei junge Männer erlebten die Auseinandersetzung hautnah. Damit hatten sie einige Zeit zu kämpfen.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher / Archivvideo

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Eine Auseinandersetzung in einer Wohnung in Oetwil am See zwischen mehreren Personen nahm im Oktober einen tödlichen Ausgang. Ein 17-Jähriger erlitt so schwere Stich- und Schnittverletzungen, dass er noch vor Ort verstarb. Der 20-jährige Liam Steiner und der 24-jährige Eren Vergili waren in ihrer WG an der Willikonerstrasse, als die grausame Bluttat passierte, wie sie «Blick» berichten.

Vier junge Männer besuchten in der besagten Nacht den Mitbewohner der beiden Freunde. Sie hätten den Besuch nicht gekannt, sagt Steiner zur Zeitung. Irgendetwas habe sich aber komisch angefühlt. Sie hätten sich deshalb in sein Zimmer zurückgezogen, um einen Film zu schauen.

«Hörten einen enorm lauten Knall»

Laut Behörden eskalierte die Situation in der Küche aufgrund von Drogen und Geld. Eren Virgili erinnert sich, dass sie plötzlich einen «enorm lauten Knall, gefolgt vom Geräusch zersplitterten Glases» gehört hätten. Sie hätten die Türe zugedrückt. Auch schildert er, wie sie mit allerlei Mitteln versucht hätten, sich zur Verteidigung zu bewaffnen. Die beiden Männer kamen aber nicht rein, sondern flüchteten. 

Der Boden war laut den beiden Freunden mit Glassplittern und Blut bedeckt. In der Ecke habe ein Kollege gesessen, die Hand auf eine Wunde am Oberschenkel gedrückt. Ihr Mitbewohner habe ein blutiges Messer in der Hand gehabt, worauf sie sofort den Notarzt gerufen hätten, berichten sie weiter.

Angststörungen und Depressionen

Die beiden jungen Männer kämpften nach dem schrecklichen Ereignis mit Angststörungen, Depressionen und Panik. Teilweise konnten sie deshalb auch nicht mehr arbeiten. Virgili war in einem Sozialunternehmen täglich acht Stunden mit einem Hammer beschäftigt. Jeder Hammerschlag habe ihn an den Knall erinnert, erinnert sich Virgili.

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Inzwischen konnten sich die beiden aber aufraffen und gründeten einen Onlinehandel.

(bza)

veröffentlicht: 28. März 2023 22:34
aktualisiert: 28. März 2023 22:34
Quelle: ZüriToday

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