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Zürcher Politiker beschimpft Tamara Funiciello und wird verurteilt

Strafbefehl

Zürcher Politiker beschimpft Tamara Funiciello und wird verurteilt

15.09.2023, 13:41 Uhr
· Online seit 15.09.2023, 06:57 Uhr
Die Zeichen waren schnell getippt und SP-Nationalrätin Tamara Funiciello beschimpft. Nun wurde ein Zürich Exekutivpolitiker wegen Beschimpfung verurteilt. Er hält die Strafe für übertrieben, will sich aber in Zukunft mässigen.
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«Ich bin erstaunt, mit welchem Aufwand dies verfolgt wurde und anderen Orts werden beide Augen zugedrückt», sagt der Mittsechziger im Gespräch mit ZüriToday. Der Mann ist Gemeinderat an seinem Wohnort im Kanton Zürich und wurde vor kurzem verurteilt, weil er die Berner SP-Nationalrätin Tamara Funiciello beschimpft hat.

Facebook-Kommentar mit Folgen

Im Nachgang der AHV-Abstimmung im vergangenen Herbst gingen die Wogen hoch. SVP-Nationalrat Andreas Glarner postet ein Foto inklusive Zitat von Tamara Funiciello. Das Zitat von Funiciello lautet: «Das hier ist die erste Kampfansage an alte, reiche, weisse Männer.» Andreas Glarner schreibt dazu: «Die reichen, alten, weissen Männer zahlten der guten Dame das Studium und wohl auch weiterhin massgeblich an ihren Lebensunterhalt...»

Wenig erfreut sind auch die Follower von Andreas Glarner, fast 400 davon kommentieren das Foto. Darunter der besagte Exekutivpolitiker. Er schrieb am Tag nach dem Abstimmungssonntag: «Da trinke ich lieber ein Ittinger Bier, wie diesem Ungeheuer an die Brust zu liegen.»

«Es ist lächerlich»

Für diese Aussage wurde der Gemeinderat nun von der Staatsanwaltschaft verurteilt. Er hat sich der Beschimpfung schuldig gemacht, wie einem Strafbefehl zu entnehmen ist. Die Konsequenz: eine bedingte Geldstrafe von 10 Tagesätzen à 50 Franken, total also 500. Diese muss der Mann jedoch nur bezahlen, wenn er sich in den kommenden zwei Jahren nochmals etwas zu schulden kommen lässt.

«Es ist lächerlich, dass diese Aussage bestraft wird.» Er sei sich als Gemeindepolitiker auch einiges gewohnt und müsse sich immer wieder Beschimpfungen anhören, da schalte er in den «Göschenen-Airolo-Modus» und die Sache sei erledigt. Wer sich exponiere und provoziere, müsse auch einstecken können, findet der Gemeinderat.

Trotzdem sagt er, in Zukunft werde er sich bei Facebook-Kommentaren mässigen. Der Strafbefehl ist rechtskräftig. Tamara Funiciello wollte sich auf Anfrage nicht äussern.

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veröffentlicht: 15. September 2023 06:57
aktualisiert: 15. September 2023 13:41
Quelle: ZüriToday

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